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Cassini-Huygens
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Ein zweiter Blick auf eine rätselhafte Welt
22. Februar 2005. Während die Raumsonde Huygens am 14. Januar einen fast fehlerfreien Flug durch die Titanatmosphäre absolvierte, hatten einige der großen Teleskope auf der Erde ihre Aufmerksamkeit auf den Saturnmond gerichtet.


Vergrößerung (32k) (Quelle: ESO))

Große astronomische Teleskope mit moderner adaptiver Optik erlauben es den Wissenschaftlern den Titan recht detailliert zu beobachten. Außerdem ist die Arbeit dieser Teleskope nicht auf kurze Zeiträume wie einen Cassini-Vorbeiflug oder eine Huygens-Landung angewiesen. Sie komplettieren vielmehr die Beobachtungen der NASA/ESA-Mission und sorgen für zusätzliche verwertbare wissenschaftliche Daten.

Eine Gruppe von Astronomen beobachtete in den Nächten vom 14. bis 16. Januar den Titan mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile. Um eine Reihe von guten Bildern und Spektren zu erhalten, wurden die Beobachtungen auf verschiedene Weisen durchgeführt.

Die neuen Bilder zeigen die Atmosphäre des Titan und die Oberfläche in verschiedenen infrarotnahen Spektren. Die Oberfläche des Titan ist auf Bildern, die mit Filtern der Wellenlängen 1.28, 1.6 und 2.0 Mikrometern aufgenommen wurden, sichtbar. Das ist das so genannte „Methanfenster“ das auch einen Blick durch die unteren Atmosphärenschichten erlaubt.

Teamleiter Eric Gendron vom französischen Paris Observatory ist stolz auf die Bilder:“Wir glauben, dass einige dieser Bilder den höchsten Kontrast aufweisen, der jemals von einem irdischen oder im Erdorbit stationierten Teleskop erreicht wurde.“

Die Bilder zeigen auch die Region des Landeplatzes von Huygens. Insbesondere die Aufnahmen mit dem SDI (Simultaneous Differential Imager) bei 1.6 Mikrometern erreichen höchste Kontraste. Zum einen liegt es daran, dass die 1.6 Mikrometer das Methanfenster am besten treffen, zum anderen ist es möglich, einen noch klareren Blick auf die Oberfläche zu werfen, indem man die gleichzeitig bei 1.625 Mikrometern aufgenommenen Bilder des Dunstes von den ersteren subtrahiert.

Die Bilder zeigen die Komplexität der Flankenseite (wie der Erdmond wendet auch der Titan seinem Planeten während des 16-tägigen Umlaufs stets die gleiche Seite zu, weshalb man für eine komplette Beobachtung des Titan von der Erde aus 16 Tage benötigt. Die Flankenseite ist die Seite des Titan die wir sehen, wenn er sich von uns Weg bewegt))des Titan, von der ursprünglich angenommen wurde, dass sie sehr dunkel sei. Inzwischen ist klar, dass sich helle und dunkle Gebiete abwechseln.

Die beste erreichte Auflösung beträgt etwa 200 Kilometer.

Die Aufnahmen bei 2.12 Mikrometern zeigen einen hellen Südpol mit einem zusätzlichen hellen Fleck in der Atmosphäre, der von Wolken stammen könnte. Astronomen haben es seit 2002 beobachtet und festgestellt, dass die Helligkeit des Flecks langsam abnimmt. Bei 2.17 Mikrometern ist der Fleck nicht zu sehen. Die Nord-Süd Asymmetrie (gemeint sind die Unterschiedlichen Helligkeiten auf der Nord- und Südhalbkugel) ist seit ein paar Jahren zugunsten der Nordhalbkugel. Da die beiden Filter unterschiedliche Höhenlagen der Atmosphäre untersuchen, können die Bilder Aufschluss über Stand und Entwicklung der Nord-Süd-Asymmetrie geben.

Da die Astronomen auch spektroskopische Daten in verschiedenen Wellenlängenbereichen aufgenommen haben können sie auch Informationen über die Oberflächenzusammensetzung sammeln.

Das VIMS Instrument von Cassini erforscht die Oberfläche des Titan im Infrarotbereich und kann aufgrund seiner Nähe zum Titan eine weitaus höhere räumliche Auflösung erreichen als erdbasierte Teleskope. Die Astronomen des VLT haben jedoch den Vorteil der wesentlich höheren spektralen Auflösung, so dass sich die Ergebnisse ergänzen.

Wenn die Zusammensetzung der Oberfläche am Landeplatz von Huygens geklärt ist, sollte es möglich sein, mit Hilfe erdbasierter Teleskope und Cassini-Daten auch die übrige Oberflächenzusammensetzung abzuleiten.

Quelle: UniverseToday, ESO zur Startseite...
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