Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt

Cassini-Huygens
Übersicht
Service
Newsletter bestellen
Artikel empfehlen






Windprofil vom Titan
09. Februar 2005. Mit Hilfe eines weltweiten Netzwerks von Radioteleskopen ist es Wissenschaftlern gelungen, die Windgeschwindigkeiten zu messen, denen Huygens während der Landung auf dem Titan ausgesetzt war.


Künstlerische Darstellung des Landeabflugs von Huygens. (Quelle: ESA)

Die Messungen der Sonde selbst wurden wegen eines Problems auf der Sonde Cassini, die die Daten weiter leiten sollte, nicht gesendet. Die Winde sind an der Oberfläche relative schwach und werden in Höhen bis 60 Kilometer langsam stärker. Oberhalb davon sind die Windgeschwindigkeiten deutlich höher und es kommen Scherwinde hinzu.

Erste Schätzungen der Windgeschwindigkeiten in Abhängigkeit von der Höhe über der Titanoberfläche wurden aufgrund von Messungen vom 14. Januar gemacht, als Radioteleskope Radiosignale von Huygens auffangen konnten. Diese Doppler-Messungen zeigen die relative Geschwindigkeit zwischen dem Sender auf Huygens und dem Empfänger auf der Erde.

Die Winde in der Atmosphäre beeinflussten die horizontale Geschwindigkeit der Sonde in der Atmosphäre und produzierten so eine Frequenzänderung des auf der Erde empfangenen Signals. Dieses Phänomen ist ähnlich der Veränderung des Tons einer Sirene eines vorbei rasenden Polizeiwagens.

Die sehr erfolgreiche Signalerfassung auf der Erde brachte eine überraschende Wende für das Cassini-Huygens Doppler Wind Experiment (DWE), dessen Daten aufgrund eines fehlenden Befehls von Cassini nicht aufgezeichnet werden konnten.

„Unser Team hat einen wichtigen ersten Schritt zur Rekonstruktion der Daten getan, die wir brauchen um unser ursprüngliches wissenschaftliches Ziel zu erreichen:Ein genaues Profil der Winde auf der Flugbahn von Huygens,“ sagt DWE Experimentleiter Dr. Michael Bird von der Universität Bonn.

Die Winde auf Titan wehen in fast allen Höhen in die Richtung der Rotation des Mondes, von West nach Ost. Die höchste Geschwindigkeit, etwa 120 Meter pro Sekunde (430 Stundenkilometer), wurde zehn Minuten nach Beginn des Abstiegs in einer Höhe von 120 Kilometern gemessen. Die Winde sind an der Oberfläche nur schwach und steigen bis 60 Kilometer nur leicht an.

Dieses Muster gilt nicht Oberhalb von 60 Kilometern, wo starke Schwankungen der Doppler-Messungen festgestellt wurden. Wissenschaftler glauben, dass vertikale Scherwinde die Ursache dafür sein könnten.

„Einige Ereignisse der Mission, wie der Fallschirmwechsel 15 Minuten nach Beginn der Landung und die Landung auf dem Titan um 13:45 Uhr erzeugten Doppler-Signaturen die wir in den Daten eindeutig erkennen können,“ sagte Bird.

Gegenwärtig existiert eine 20-minütige Datenlücke zwischen den Beobachtungen des Green Bank Teleskops und Parkes. Auch diese Lücke wird am Ende durch die Daten anderer Radioteleskope, die wir zur Zeit analysieren, geschlossen werden.  

Quelle: ESA zur Startseite...
tägliche Raumfahrt NewsNewsletter bestellen



Verwandte Artikel
Huygens' letzte Reise ins Unbekannte...(25. Dez 2004)
Bilder von der Huygens Landung...(15. Jan 2005)

Copyright 2005 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann