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Grünes Licht für letztes Mars Express Experiment
08. Februar 2005. Die Europäische Weltraumorganisation hat grünes Licht für die Inbetriebnahme von MARSIS gegeben, ein Radargerät an Bord des Mars Express. Sollte die für Anfang Mai geplante Aktivierung erfolgreich verlaufen, wird MARSIS nach unterirdischen Wasserreservoirs suchen sowie die Ionosphäre erforschen.


Radiowellen niedriger Frequenzen werden auf den Planeten gerichtet, und von verschiedenen Flächen zurückgeworfen. In den meisten Fällen wird dies die Oberfläche des Planeten sein, aufgrund der niedrigen Frequenzen wird ein Teil der Wellen aber noch bis zu fünf Kilometer tief eindringen und von dort reflektiert. So können möglicherweise auch Wasserreservoirs gefunden werden. (Quelle: ESA)

Die Entscheidung der ESA, MARSIS in Betrieb zu nehmen erfolgte nach achtmonatigen intensiven Computersimulationen und technischen Untersuchungen auf beiden Seiten des Atlantik. Im wesentlichen ging es um mögliche negative Auswirkungen bei der Entfaltung der Masten, an denen das Radargerät befestigt ist.

Die drei Masten des Experiments sollten ursprünglich schon im April 2004, also gegen Ende der Testphase aller Instrumente, ausgefahren werden. Die Konstruktion besteht aus zwei 20 Meter langen Hohlzylindern mit einem Durchmesser von jeweils 2,5 Zentimetern und einem sieben Meter langen Mast. Es war nicht möglich, die Konstruktion zufriedenstellend realistisch auf der Erde zu testen, so dass die Tests auf Computersimulationen angewiesen waren. Kurz vor der geplanten Aktivierung führte der Hersteller Astro Aerospace verbesserte Simulationen durch und entdeckte die Möglichkeit eines Peitscheneffekts, der die Sonde beim Ausfahren der Masten treffen könnte.

Eine daraufhin eingesetzte Untersuchungskommission der ESA entschied sich auf ihrer letzten Sitzung am 25. Januar für die Entfaltung der Konstruktion. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass eine Beschädigung nicht ausgeschlossen werden könne, die Kraft eines Rückstoßes jedoch gering sein würde, womit die Wahrscheinlichkeit einer starken Beschädigung sehr gering sei.

Eine mögliche Fehlerquelle ist eine Blockade der Konstruktion während der Entfaltung. Auch wenn es Methoden gibt, eine Blockade aufzuheben könnte das im schlimmsten Fall den Verlust von MARSIS bedeuten. Die Analysen zeigten jedoch auch, dass die Kontrollsysteme von Mars Express mit einem ausgefahrenen Mast zurecht kämen und die übrigen Instrumente weiter arbeiten könnten.

Die Untersuchungskommission schlug die Aktivierung für Anfang Mai vor und bei guten Fortschritten in der Vorbereitung auch schon Ende April. Eine frühe Inbetriebnahme ist insofern wünschenswert, als dass die Entwicklung des Orbits der Sonde Radarmessungen der interessantesten Regionen des Mars im Mai 2005 erwarten lässt.

Sollte die Aktivierung erfolgreich sein, wird MARSIS mindestens bis zum 30. November, die unter“irdischen“ Geheimnisse des Mars erforschen und darüber hinaus, wenn die Mission verlängert wird.  

Quelle: ESA zur Startseite...
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