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Spitzer findet Miniatursonnensystem
08. Februar 2005. Monde umkreisen Planeten und Planeten bewegen sich um Sterne. Jetzt fanden Astronomen auch Planeten, die sich um Himmelskörper drehen, die nicht viel größer sind als große Planeten.


Künstlerische Darstellung einer protoplanetarischen Scheibe. (Quelle: Spitzer)

Das Weltraumteleskop Spitzer hat eine Staubscheibe um einen besonders leichten Braunen Zwerg gefunden. Der Braune Zwerg OTS 44 hat die 15-fache Masse des Jupiter. Bis jetzt war der kleinste Braune Zwerg mit einer bekannten Planeten bildenden Staubscheibe etwa 25 bis 30 Mal so groß wie der Gasriese Jupiter.

„Es gibt möglicherweise eine ganze Reihe von Miniatursonnensystemen dort draußen, in denen Planeten Braune Zwerge umkreisen,“ sagt Dr. Kevin Luhman vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics. „Das wirft ganz neue Fragen auf wie ‚Könnte auf solchen Planeten Leben existieren?’ oder ‚Wie nennt man einen Planeten der einen anderen Planeten umkreist?’“

Braune Zwerge sind eine Art Außenseiter in der Astronomie. Diese kalten Gassphären werden wechselweise „Superplaneten“ oder „verhinderte Sterne“ genannt. Wie den Planeten fehlt ihnen die Masse um sich zu entzünden und Licht zu produzieren, aber wie Sterne werden sie oft alleine im All gefunden ohne ein weiteres Objekt das sie umkreisen.

„In diesem Fall sehen wir die Zutaten eines Planetensystems um einen Braunen Zwerg der nahe der Grenzlinie zwischen Planet und Stern liegt. Das zeigt die faszinierende Möglichkeit, dass sich Planetenbildung auch im Orbit von planetengroßen Objekten abspielt,“ sagt Giovanni Fazio, ein ebenfalls an der Studie beteiligter Astronom

Die Staubscheiben um Planeten, so genannte protoplanetarische Scheiben, sind die Vorläufer von Planeten. Die Astronomen schätzen, dass die Scheibe von OTS 44 genug Masse enthält um einen kleinen Gasriesen und mehrere felsige Planeten zu bilden. Was dann die Frage aufwirft, ob es dort auch Leben geben kann.

„Sollte dort Leben existieren, müsste es sich ständig an die sinkenden Temperaturen des Braunen Zwerges anpassen,“ sagt Luhman. „Um flüssiges Wasser zu ermöglichen, müsste der entsprechende Planet viel dichter am Planeten sein als die Erde an der Sonne.“

„Es ist aufregend, über die Möglichkeit von Leben in solchen Systemen zu spekulieren, aber wir fangen ja gerade erst an, diese Systeme zu verstehen,“ mahnt Luhman.

Braune Zwerge sind selten und wegen ihrer geringen Leuchtkraft schwer zu beobachten. Obwohl Astronomen vor kurzem das möglicherweise erste Bild eines Planeten um einen Braunen Zwerg gemeldet hatten, ist der Prozess der Planetenbildung bei Braunen Zwergen kaum erforscht. Noch weniger ist über Braune Zwerge mit geringer Masse, von denen nur ein handvoll bekannt ist.

OTS 44 wurde vor etwa 6 Monaten mit Hilfe des Gemini Observatoriums in Chile entdeckt.. Er befindet sich 500 Lichtjahre entfernt in der Konstellation Chamäleon. Später verwendete das Team um Luhman Spitzer’s Infrarotinstrumente um die Staubscheibe zu erkennen. Die Beobachtungszeit betrug nur 20 Sekunden. Längere Beobachtungen mit Spitzer könnten Staubscheiben um Braune Zwerge finden, die nicht einmal zehn Jupitermassen betragen.  

Quelle: Spitzer zur Startseite...
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