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Auf der Suche nach sternlosen Galaxien
04. Februar 2005. Das größte Radioteleskop der Welt in Arecibo ist mit einer neuen Kamera ausgestattet worden und wird Morgen mit einer Jahre dauernden Untersuchung entfernter Galaxien beginnen, bei der vielleicht sogar schwer fassbare „dunkle Galaxien“ gefunden werden können – Galaxien, die kaum Sterne besitzen.


Diese beiden optischen Aufnahmen illustrieren den Unterschied zwischen den Objekten, die normalerweise mit optischen Teleskopen gesehen werden können und solchen, die im optischen Bereich fast unsichtbar sind. Im Bild links ist eine "normale" Galaxie zu erkennen. IM Bild rechts gibt es sehr wenig zu sehen, bis auf einen hellen Punkt im Vordergrund, der ein Stern der Milchstraße ist. Sieht man genauer hin, erkennt man in der Mitte des rechten Bildes etwa mehr Lichtemissionen, dort liegt die Masse also wahrscheinlich in Form von Gas vor. ALFALFA sollte solche Objekte und vielleicht auch solche ohne optische Entsprechung, erkennen. (Quelle: Palomar)

Astronomen des Arecibo Observatoriums hoffen auf eine aussagekräftige Volkszählung der Galaxien bis zu einer Entfernung von 800 Millionen Lichtjahren. Dafür wird etwa ein sechstel des Himmels abgesucht.

Die Untersuchung ist die erste in einer Reihe von groß angelegten Studien die das im letzten Jahr installierte ALFA (Arecibo L-Band Feed Array) nutzen. Das Gerät ist im Grunde eine 7-Pixel Kamera mit noch nie erreichter Empfindlichkeit für Radiobilder des Himmels. Mit ihr können die Astronomen sieben mal schneller als bisher ihre Daten sammeln. Daher auch der Name Arecibo Legacy Fast ALFA Survey.

„Fast“ bezieht sich nicht auf die Dauer der Untersuchung, die einige Tausend Stunden in Beobachtungszeit während mehrerer Jahre in Anspruch nehmen wird, sondern auf die Beobachtungstechnik, die schnell breite Himmelsbänder überstreicht.

Professor Riccardo Giovanelli von der Cornell University erklärt, dass ALFA mit Radiofrequenzen im Bereich von 1420 Megahertz arbeitet, auf dem auch die Emissionslinie von neutralem atomaren Wasserstoff liegt, des häufigsten Elements im Universum. ALFA erkennt die Signatur des Wasserstoffs und kann hoffentlich bisher unentdeckte Galaxien finden. Nahezu jede frühere Bestandsaufnahme wurde im optischen, infraroten oder Röntgenbereich durchgeführt.

ALFA wird sechs mal empfindlicher sein als die einzige Vorgängeruntersuchung, die in den späten Neunziger Jahren in Australien durchgeführt wurde. ALFA erreicht also eine größere Entfernung.

Neben der Untersuchung der Gasvorkommen um näheren Universum wird ALFALFA Galaxien in Gruppen und Haufen untersuchen um zu sehen, mit welcher Rate Galaxien Gas in Sterne umwandeln. Was die Astronomen besonders interessiert ist, ob gasreiche Systeme mit geringer Masse es vielleicht nicht geschafft haben, ihre Masse in Sterne umzuwandeln. Diese Galaxien wären im optischen Bereich unsichtbar, da sie keine Sterne besitzen, aber durch die Wasserstoffsignatur könnten sie entdeckt werden. ALFA sieht sieben Punkte – sieben Pixel – gleichzeitig, und reduziert dadurch die für Himmelsdurchsichten notwendige Zeit erheblich.  

Quelle: Cornell University zur Startseite...
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