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Die Diskussion um Hubble
25. Januar 2005, Ingo Froeschmann. Es gibt gute Gründe für eine Reparatur des Hubble Weltraumteleskops. Es gibt genauso gute Gründe gegen eine Reparatur. Am Ende wird die Politik entscheiden müssen, was mit Hubble passiert.

James Webb
Künstlerische Darstellung des James Webb Teleskops, ein Nachfolger des Hubble (Quelle: ESA)

Wissenschaftler, die den wissenschaftlichen Wert von Hubble untersucht haben, kamen zu dem Schluss, das es sich lohne, eine Reparaturmission durchzuführen. Viele Astronomen halten eine Rettungsmission für unerlässlich für ihre derzeitige Arbeit über den Ursprung und die Entwicklung des Universums.

Auf der anderen Seite gibt es Analysten, die die Kosten, die mit 1 Milliarde Dollar angegeben werden, für zu hoch halten. Und genau denen scheint das Weiße Haus folgen zu wollen.

Losgetreten wurde die erneute Diskussion durch Gerüchte aus dem Weißen Haus, die besagen, dass die NASA das Budget für Weltraumteleskop bis auf einige Gelder für eine sichere Versenkung im Pazifischen Ozean zusammenstreichen werde.

Es wird erwartet, dassHubble ohne Servicemission in den nächsten zwei bis vier Jahren entweder seine Fähigkeit verliert, sich auf Beobachtungsziele auszurichten, oder aber die Batterien aufhören werden zu arbeiten. Das bedeutet, das Hubble irgendwann zwischen 2007 und 2009 aufhören wird, wissenschaftliche Daten zu liefern. Laut einer Analyse aus dem vergangenen Jahr besteht eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit, das Hubble bereits 2007 ausfällt, und eher unwahrscheinlich, das es das Jahr 2008 übersteht, was wissenschaftliches Arbeiten anbelangt.

Es gibt kein anderes Teleskop, weder in Betrieb noch in Zukunft geplant, weder auf der Erde noch im Orbit, das mit Hubble’s Zuverlässigkeit das Universum im sichtbaren Licht beobachten kann. Das James Webb Weltraumteleskop, das oft als der Nachfolger von Hubble bezeichnet wird, beginnt seine Arbeit voraussichtlich Mitte 2011. James Webb ist ein Infrarotobservatorium, das nicht im sichtbaren Licht beobachten kann. Auf der anderen Seite ist die Rotverschiebung für sehr alte/frühe Objekte so hoch, dass diese am Besten im Infrarotbereich beobachtet werden können.

Gleichzeitig werden die Batterien von Hubble immer schwächer, ähnlich wie bei einem alten Mobiltelefon, das zu oft aufgeladen wurde. Außerdem benötigt Hubble Kreiselstabilisatoren, die regelmäßig ausfallen. Es wurden schon über ein Dutzend verbraucht und nun hat Hubble noch vier funktionierende an Bord. Drei sind mindestens notwendig, um das Teleskop auszurichten.

Ohne eine weitere Mission, es wäre dann die fünfte, wird das Teleskop in einigen Jahren unkontrolliert auf die Erde stürzen. Um dies zu verhindern ist zumindest ein Mission, die eine Antriebseinheit anbringt die für einen kontrollierten Absturz sorgt, notwendig.

Es scheint am Ende auf den politischen Willen hinauszulaufen, der sich durchsetzt. Ist die Lobby der Hubble Befürworter stark genug, oder gewinnen die Gegner, die die Vision für die Erforschung von Mond und Mars verwirklicht sehen wollen?

Quelle: Space.com zur Startseite...
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