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Erste Ergebnisse von CHARA
24. Januar 2005, Ingo Froeschmann. Seit Jahrzehnten wissen Astronomen, dass Regulus, der hellste Stern im Sternbild des Löwen, sich viel schneller um sich selbst dreht als unsere Sonne. Aber erst jetzt konnten Astronomen feststellen, was das für diesen riesigen Stern eigentlich bedeutet.


Diese Darstellung zeigt Regulus und die SOnne im Vergleich (Quelle: GSU)
Eine Gruppe von Astronomen unter der Leitung von Hal McAlister von der Georgia State University haben die Teleskope des Center for High Angular Resolution Astronomy (CHARA) benutzt um erstmals die Verzerrungen zu messen, die durch die Rotation des Sterns hervorgerufen werden. Die Wissenschaftler maßen neben der Größe und der Form des Sterns auch die Temperaturunterschiede zwischen den Polen und den Äquatorregionen sowie die Orientierung seiner Drehachse. Die Beobachtungen sind das erste wissenschaftliche Ergebnis der CHARA Teleskope, das 2004 den Betrieb aufnahm.

„Die meisten Sterne drehen sich langsam um ihre Rotationsachse,“ erläutert McAlister. „Die Sonne bewältigt eine volle Umdrehung innerhalb von 24 Tagen. Das bedeutet für die Äquatorgegenden eine Geschwindigkeit von etwa 7250 Kilometern pro Stunde. Die Äquatorialgeschwindigkeit für Regulus beträgt dagegen fast 1,13 Millionen Kilometer pro Stunde. Sein Durchmesser ist fünfmal größer als der der Sonne, außerdem ist Regulus am Äquator extrem  ausgebeult.

Regulus’ Fliehkräfte verursachen die Expansion, so dass der Durchmesser am Äquator etwa ein Drittel größer ist als der Durchmesser an den Polen. Würde sich Regulus nur noch 10 Prozent schneller drehen, würde seine Fliehkraft die innere Anziehungskraft übersteigen und der Stern würde auseinander fliegen.

Aufgrund seiner verzerrten Form zeigt Regulus, ein Einzelstern, ein Phänomen namens „gravity darkening“ – der Stern erscheint an den Polen heller als am Äquator – ein Phänomen, das zuvor nur in Doppelsternsystemen beobachtet wurde. Der Grund dafür liegt laut McAlister darin, dass Regulus am Äquator kälter ist als an den Polen. Regulus’ äquatoriale Auswuchtung vermindert dort den Einfluss der Gravitation und die Temperatur sinkt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Temperatur an den Polen 15 100 Grad Celsius beträgt, während am Äquator 10 000 Grad gemessen wurden. Damit ist der Stern an den Polen fünfmal heller als in seiner Mitte und absolut gemessen etwa 350 Mal heller als unsere Sonne.

Die CHARA Wissenschaftler fanden noch eine weitere Merkwürdigkeit, als sie die Orientierung der Drehachse untersuchten.

„Wir sehen von der Erde aus fast genau auf den Äquator während die Rotationsachse um etwa 86 Grad gedreht ist,“ sagt McAlister. „Seltsamerweise bewegt sich der Stern in die gleiche Richtung in die sein Pol zeigt. Regulus bewegt sich also wie eine gewaltiges Projektil durch den Weltraum. Und wir haben keine Ahnung wieso.“

Die CHARA Teleskope auf dem Gipfel des Mount Wilson im südlichen Kalifornien gehören zu einer handvoll neuer Instrumente die aus mehreren Teleskopen bestehen, die verbunden werden um wie ein einzelnes Riesenteleskop mit 330 Metern Durchmesser zu funktionieren. Das Ensemble besteht aus sechs Einzelteleskopen die in Form eines Ypsilons angeordnet sind. Jedes von ihnen hat einen Durchmesser von einem Meter. Die äußersten Teleskope sind etwa 200 Meter vom Zentrum der Gruppierung entfernt.
Quelle: Georgia State University zur Startseite...
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