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Cassini-Huygens
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Weitere Titan-Bilder veröffentlicht
18. Januar 2005, Ingo Froeschmann. Die Europäische Raumfahrtagentur hat weiteres Material der Titanlandung bearbeitet und auf ihren Internetseiten zugänglich gemacht.

Eine ebenfalls neu veröffentlichte Montage bestehend aus 111 Einzelbildern finden Sie hier.


Auf diesem Bild ist der mögliche Landeplatz von Huygens eingezeichnet. Wissenschaftler des Decent Imager/Spectral Radiometer Teams arbeiten daran, die Bilder weiter zu verbessern und den exakten Ort der Landung festzustellen, der wahrscheinlich innerhalb des weissen Kreises liegt (Quelle: ESA)

Obwohl die Landung von Huygens bereits vor drei Tagen stattgefunden hat, brummt das Weltraumkontrollzentrum der ESA in Darmstadt weiter vor Aktivität. Während Huygens bei 180 Grad Minus auf der Oberfläche des Titan seine eisige letzte Ruhestätte gefunden hat, schlafen die beteiligten Wissenschaftler eher wenig, und wenn sie es tun, träumen sie sich mitunter selbst auf den fernen Saturnmond.

Rekonstruktion der Flugbahn
Eins der interessantesten frühen Ergebnisse ist die Rekonstruktion eines Flugprofils der Sonde. Knapp 30 Wissenschaftler in der Flugbahn-Arbeitsgruppe arbeiten an der Rekonstruktion der Fallschirmlandung.

Das Profil stellt eine wichtige Verbindung zwischen den Messungen der Instrumente an Bord von Huygens und des Cassini Orbiters dar. Außerdem wird es benötigt, um den genauen Landepunkt der Sonde zu bestimmen. Nicht zuletzt kann das Profil helfen, zukünftige Landungen auf Körpern des Sonnensystems zu planen.

Nachdem sich der Hauptfallschirm in der oberen Atmosphäre geöffnet hatte verlangsamte sich Huygens auf etwa über 50 Meter pro Sekunde, eine Geschwindigkeit die auf einer Autobahn normal wäre. In der unteren Atmosphäre verlangsamte sich Huygens weiter auf 5,4 Meter pro Sekunde bei einer Seitwärtsbewegung von 1,5 Metern.

„Der Flug war holpriger als wir erwartet hatten,“ sagte Martin Tomasko, Instrumentleiter für den Decent Imager/Radio Spectrometer der die Bilder lieferte.

In der oberen Atmosphäre schaukelte Huygens mehr als erwartet. Während des Fluges durch hochnebelartige Wolken betrug die Neigung 10 bis 20 Grad. Unter der Nebelschicht lag Huygens dann stabiler und neigte sich nur noch um 3 Grad.

Tomasko und seine Kollegen suchen noch nach der Ursache für den Holperflug und konzentrieren sich dabei auf einen Wechsel des Windprofils in etwa 25 Kilometer Höhe. Das war aber nicht die einzige Überraschung.

Die Landung
Wissenschaftler hatten erwartet, dass die Sonde zwischen 70 und 50 Kilometern aus dem Nebel auftauchen würde. Tatsächlich geschah das aber erst in 30 Kilometer Höhe. Als Huygens landete, war das kein Plumpsen oder Platschen, sondern eher ein „Manschen“. Huygens landete in titanischem Schlamm. „Ich denke die größte Überraschung war, dass wir die Landung überstanden und so lange überlebt haben,“ sagte Charles See vom Imaging Team. „Es gab nicht einmal eine Störung während der Landung.“

Die nach unten ausgerichtete Linse der hochauflösenden Kamera wurde mit Material bedeckt, was darauf hindeutet, dass die Sonde teilweise in den Boden eingesunken ist. „Entweder das, oder wir haben bei der Landung Kohlenwasserstoffe vaporisiert, die dann auf die Linse geraten sind.

“Der Fallschirm ist in den Bildern nicht zu sehen, die Sonde zeigt also wahrscheinlich nicht nach Osten, andererseits hätten wir den Schirm sehen müssen,“ sagte Mike Bushroe vom Imaging Team.

„Während der Missionsplanung wurde beschlossen, die Landelampe in 700 Meter Höhe zu aktivieren und sie bis etwa 15 Minuten nach der Landung brennen zu lassen. „Die Lampe schaltete sich tatsächlich in genau 700 Meter Höhe an und brannte noch über eine Stunde später, als Cassini über dem Horizont verschwand,“ sagte Tomasko.
Quelle: ESA zur Startseite...
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