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Um Beta Pictoris hat es gekracht
14. Januar 2005, Ingo Froeschmann. Astronomen haben mit Hilfe des GeminiTeleskops in Chile neue Details in der Staubscheibe des Sterns Beta Pictoris ausmachen können. Sie glauben nun, dass es dort erst vor wenigen Jahrzehnten zu einem Zusammenstoß von Planeten gekommen sein könnte.


Die Unterschiede der Staubscheibengröße ergeben sich aus den unterschiedlichen Wellenlängen. Der Ort der Kollision ist auf den Bildern rechts zu sehen. Vergrößerung (52k) (Quelle: Gemini)
Die Aufnahmen im mittleren Infrarotbereich stellen die bisher besten Hinweise auf Kollisionen während der Entstehung von Planetensystem dar.

„Es ist, als würden wir 5 Milliarden Jahre in die Vergangenheit blicken und unser eigenes Sonnensystem bei der Entstehung beobachten,“ sagt Forschungsteamleiter Dr. Charles Telesco von der University of Florida. „Unsere Forschung ähnelt der eines Detektivs, der mit Staub einen Fingerabdruck sichtbar macht, nur das wir in unserem Fall den Staub als einen Zeiger für das nehmen, was in der Scheibe passiert. Die Eigenschaften des Staubs zeigen nicht nur dass es eine riesige Kollision war, sondern auch, dass sie, selbst nach irdischen Maßstäben, erst vor kurzem passierte.“

Die gesammelten Daten zeigen eine deutlich höhere Staubkonzentration in einem Bereich der Staubscheibe. Die einzigartigen Eigenschaften des Staubs erlauben Rückschlüsse auf den Zeitpunkt einer Kollision. Wie Zigarettenqualm sich verzieht, wenn man ein Fenster öffnet, so wird der feine Kollisionsstaub durch den Sonnenwind in kurzer Zeit aus dem System geblasen. Die Tatsache, dass wir den Staub immer noch sehen, bedeutet, dass der Zusammenstoß in den letzten Hundert Jahren passiert ist. Als das passierte, war wahrscheinlich Einstein noch am Leben.

Scheiben von der Art wie sie Beta Pictoris umgeben, enthalten wahrscheinlich Objekte in allen Größen, von winzigen hausstaubgroßen Fusseln bis zu werdenden Planeten. Während jedes Teil sich um den Stern bewegt, bleiben Kollisionen nicht aus. Die großen Kollisionen liefern dann erkennbare Signaturen.

Eine ähnliche Kollision könnte vor einigen Milliarden Jahren den Mond „verursacht“ haben, als ein Körper von der Größe des Mars die werdende Erde traf. Während sich der Mond aus den Trümmern der Kollision formte, wurden kleinere Staubteilchen von der Sonne weggeblasen. Im Beta Pictoris System bläst der Sonnenwind etwa 15 mal so stark wie in unserem Sonnensystem, so dass kleine Staubkörner noch wesentlich schneller entsorgt werden.

Da wir von der Seite auf die Scheibe von Beta Pictoris schauen, ist die Unregelmässigkeit als ein heller Klumpen in einer zigarrenförmigen Wolke zu sehen. Die Gemini Bilder zeigen außerdem neue Strukturen in der Scheibe, die möglicherweise zeigen wo sich Planeten bilden. Das wird in weiteren Beobachtungen hoffentlich geklärt.
Quelle: Gemini zur Startseite...
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