Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt

Astronomie
Übersicht
Service
Newsletter bestellen
Artikel empfehlen






Von Blobs und Schmetterlingen
13. Januar 2005, Ingo Froeschmann. Die Liste der technischen Begriffe und Maßeinheiten die von Astronomen für die Beschreibung des Universums so gerne benutzt werden, ist fast endlos. Doch selbst für die Himmelswissenschaftlern gibt es da draußen noch rätselhafte, nicht klassifiziertes Gebilde. Und darum heißen sie erst einmal „Blobs“, galaktische Blobs um genau zu sein.


Vergleichsbild der Galaxien im sichtbaren und infraroten Licht. Vergrößerung (57k) (Quelle: Spitzer)
Auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society im sonnigen San Diego haben Astronomen nun neue Erkenntnisse über die gigantischen galaktischen Blobs präsentiert. Die Blobs sind riesige Wolken hell glühenden Materials, das entfernte Galaxien umgibt wie ein Kokon einen jungen Schmetterling. Mit dem Spitzer Infrarotteleskop konnten die Astronomen nun einen kurzen Blick auf die Galaxien im inneren dieser Blobs werfen. Das Ergebnis waren gleich mehrere extrem helle Galaxien innerhalb eines einzigen Blobs, und anscheinend sind die Galaxien dabei zu verschmelzen.

Dr. Harry Teplitz beschreibt es so: „Es ist, als würden wir Rauch in der Ferne sehen und dann entdecken, dass es ein Wald ist, der da brennt, und kein Haus und auch kein Auto. Aber warum es brennt, können wir nicht sagen.“

Die Ergebnisse werden schließlich zu einem besseren Verständnis der Entstehung von Galaxien, auch unserer eigenen, beitragen.

Blobs wurden vor ungefähr fünf Jahren von Teleskopen im für das menschliche Auge wahrnehmbaren Licht entdeckt. Sie befinden sich Milliarden von Lichtjahre entfernt in uralten, Fäden ähnlichen galaktischen Strukturen, in denen sich Tausende von jungen Galaxien befinden. Die großen galaktischen Schmetterlingskokons bestehen aus Wasserstoffgas und sind zehn mal so groß wie der Schmetterling selbst. Das Rätsel für die Astronomen ist die Energie, die die riesigen Blobs zum Leuchten bringt

Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, brauchen die Astronomen das Spitzer Weltraumteleskop mit seiner Fähigkeit, das infrarote Glühen der staubigen Galaxien im inneren der Blobs zu sehen. Bei der Beobachtung von vier bekannten Blobs in 11 Milliarden Lichtjahre Entfernung, entdeckten sie, dass in einem dieser Blobs gleich drei Galaxien ineinander fielen – ein ungewöhnliches kosmisches Ereignis. Zuvor hatte bereits Hubble eine Kollision zweier Galaxien in einem Blob gesichtet. Möglicherweise ist eine Galaxienkollision das Merkmal aller Blobs.

Ein Hinweis dem die Astronomen genauer nachgehen hat mit der Infrarothelligkeit der Galaxien zu tun. IM sichtbaren Licht sind die Galaxien eher unauffällig. Messungen mit Spitzer ergaben das die vier untersuchten Galaxien allesamt zu den hellsten des bekannten Universums gehören. Galaxien dieser Helligkeit entstehen oft, wenn kleinere, gasreiche Galaxien aufeinander treffen. Das würde zu der Annahme passen, das Kollisionen verantwortlich sind. Aber das würde das Rätsel, warum diese riesigen Blobs bei den Kollisionen entstehen, nicht lösen.
Quelle: NASA/Spitzer zur Startseite...
tägliche Raumfahrt NewsNewsletter bestellen



Verwandte Artikel
Frühes Universum ruhiger als angenommen...(18. Sep 04)


Copyright 2005 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann