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Sedna entstand jenseits von Pluto
12. Januar 2005, Ingo Froeschmann. Im vergangenen Jahr wurde überraschend die Entdeckung eines großen Kuipergürtelobjekts, Sedna, bekannt gegeben. Sedna bewegt sich auf einem lang gestreckten elliptischen Orbit um die Sonne. Allein der Mittelpunkt der Ellipse liegt 500 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt.


Künstlerische Darstellung einer Kollision, wie sie in der Frühzeit des Sonnensystems wahrscheinlich häufiger vorkam (Quelle: SWRI)
Anfänglich spekulierten die Wissenschaftler, ob sie es mit einem Objekt zu tun zu haben, dass von einem Gasplaneten auf diesen exotischen Orbit katapultiert wurde oder sogar vom Kuipergürtel eines Nachbarsterns eingefangen wurde.

Wie The Astronomical Journal in seiner Januarausgabe berichtet, zeigt Dr. Alan Stern vom Southwest Research Institute, dass Sedna in einem Orbit jenseits des Pluto entstanden sein könnte.

„Wenn das in der Tat der Fall ist, würde das bedeuten, dass unser Sonnensystem in einem wesentlich größeren Bereich Planeten bilden konnte, als wir es bisher angenommen haben“ sagt Stern. „Es würde außerdem bedeuten, dass der rätselhafte Kuipergürtelrand bei 50 Astronomischen Einheiten nicht der äußere Rand, sondern der innere Rand einer ringförmigen Mulde innerhalb einer wesentlich größeren Struktur, der Kuiperscheibe, ist.

Die neue Studie verwendet ein Modell der Planetenbildung, das Stern selbst in den Neunziger Jahren entwickelte. Das Computermodell untersucht die Möglichkeit, wie sich Sedna aus felsgroßen Brocken und kleineren Teilchen auf einem Orbit bilden konnte, der zwischen 75 und 500 Astronomischen Einheiten von der Sonne entfernt ist. Die Simulation setzt voraus, dass Sedna’s ursprünglicher Orbit zwar weit entfernt von der Sonne, aber kreisförmig war. Astronomen sind sich darüber einig, dass Sedna nicht in seinem derzeitigen exzentrischen Orbit entstanden sein kann, da diese Umlaufbahn nur energiereiche Kollisionen zulässt, die das Wachstum eines Körpers behindern würden. Die Simulation setzt außerdem voraus, dass die Akkretionsscheibe der Sonne – die Scheibe aus der sich Planeten entwickeln – wesentlich weiter ins All reicht als bisher in den meisten Modellen angenommen.

„Die Sedna-Simulation nimmt an, dass die frühe Akkretionsscheibe etwa die Größe hatte, wie wir sich auch um andere Sterne mittleren Alters beobachten können – zum Beispiel beim Stern Beta Pictoris, dessen Staubscheibe 1500 Astronomische Einheiten misst,“ sagt Stern.

„Die Modellberechnungen ergaben, dass Objekte von der Größe Sedna’s oder auch größer problemlos entstehen konnten. Die benötigte Zeit ist relativ kurz, ein paar Prozent des gesamten Sonnenalters,“ ergänzt Stern. „Wenn Sedna dort draußen entstanden ist, wird er wahrscheinlich von einer ganzen Reihe von anderen großen Planetoiden begleitet“.  
Quelle: Southwest Research Institute zur Startseite...
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Copyright 2005 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann