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Hubble sieht Exoplanet....wahrscheinlich
11. Januar 2005, Ingo Froeschmann. Folgeuntersuchungen mit dem Hubble Space Telescope lieferten jetzt wichtige Hinweise auf die Existenz eines extrasolaren Planeten um einen relative hellen Braunen Zwerg in einer Entfernung von 225 Lichtjahren im Sternbild Wasserschlange.


Das Bild ist eine gefärbte Infrarotaufnahme des Braunen Zwerges und seines Begleiters (Quelle: Hubble)
Astronomen der Europäischen Südsternwarte entdeckten den Planetenkandidaten im April 2004 mit Hilfe der adaptiven Optik an ihrem Very Large Telescope (VLT) in Chile. Die VLT Astronomen entdeckten einen schwach leuchtenden Begleiter des Braunen Zwerges mit dem einprägsamen Namen 2MASSWJ 1207334-393254 (auch bekannt als 2M1207). Das Objekt ist ein Planetenkandidat, da es nur ein sieben hundertstel der Helligkeit des Braunen Zwerges aufweist und gerade 980 Grad Celsius warm ist.  Das ist kühler als der Draht einer Glühbirne.

Da ein extrasolarer Planet noch nie direkt aufgenommen wurde, sollte die ESO Beobachtung durch eine Folgeuntersuchung mit dem Hubble Teleskop geprüft werden. Mit der NICMOS (Near Infrared Camera and Multi Object Spectrometer) Kamera wurden die ergänzenden Beobachtungen bei niedrigeren Infrarotwellenlängen, die von der Erdoberfläche nicht zu beobachten sind, gemacht. Diese Wellenlängenabdeckung war wichtig um die physikalischen Eigenschaften des Objekts näher zu bestimmen.

Hochpräzise Messungen der relativen Positionen von Stern und Begleiter wurden im August 2004 durchgeführt. Die Hubble-Bilder wurden mit den früheren VLT-Aufnahmen verglichen um zu erkennen, ob die Objekte wirklich durch die Schwerkraft miteinander verbunden sind und sich gemeinsam über den Himmel bewegen. Trotz des viermonatigen Abstands zwischen den Beobachtungen behaupten die Astronomen, dass sie weitestgehend ausschließen können, dass es sich um ein Hintergrundobjekt handelt, da es sich in den vier Monaten in Bezug auf den Braunen Zwerg nicht merklich bewegt hat.

Wenn die zwei Objekte wirklich durch Gravitation verbunden sind, sind sie doch mindestens 8 Milliarden Kilometer voneinander entfernt, das ist  30 Prozent mehr als die Entfernung von der Sonne zum Pluto. Nimmt man die Masse von 2M1207, abgeleitet aus seinem Spektrum, dann würde der Begleiter gemächliche 2500 Jahre für einen Umlauf benötigen. Deshalb würde jede relative Bewegung innerhalb einer wesentlich kürzeren Zeitspanne bedeuten, dass es sich um ein Hintergrundobjekt handelt.

„Die NICMOS Beobachtungen bestärken die These, dass der Planetenkandidat etwa die fünffache Masse des Jupiter besitzt,“ sagt Glenn Schneider von der University of Arizona. „Die NICMOS Positionsbestimmungen lassen auf eine 99 Prozentige Wahrscheinlichkeit für einen Begleiter schließen. Weitere Beobachtungen sind geplant, um das eine Prozent auch noch auszuschließen.“  
Quelle: Hubble zur Startseite...
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