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Erste Entdeckung von Magnetfeldern in Zentralsternen Planetarischer Nebel
04. Januar 2005. Einem Team von Astronomen der Universitäten Heidelberg, Tübingen und Erlangen-Nürnberg ist es erstmals gelungen, Magnetfelder in Zentralsternen Planetarischer Nebel nachzuweisen.


Der bipolare Schmetterlingsnebel NGC 6302 (Quelle: ESO)
Planetarische Nebel sind expandierende Gashüllen, die sonnenähnliche Sterne am Ende ihres Lebens abgestoßen haben. Es ist immer noch ein Rätsel, warum die meisten dieser ästhetisch aussehenden Nebel nicht einfach kugelförmig sind. Schon lange wurde spekuliert, dass Magnetfelder einen entscheidenden Einfluss auf die Formgebung haben. Das Team hat nun erstmals einen direkten Hinweis darauf gefunden, dass Magnetfelder tatsächlich die Formen dieser bemerkenswerten Gebilde ausprägen können.

Planetarische Nebel werden von sonnenähnlichen Sternen erzeugt, die am Ende ihres Lebens zu roten Riesensternen geworden sind. In dieser Phase haben die Sterne ihren Durchmesser etwa 100-fach vergrößert und ihre äußere Gashülle abgestoßen. Das Gas bewegt sich immer weiter von dem Zentralstern fort. Man glaubt, dass ein Planetarischer Nebel entsteht, wenn ein schneller Materiewind vom Zentralstern die in früheren Phasen abgestoßene, langsam expandierende Gashülle wie ein Schneepflug zusammenschiebt. Die Atome in der so entstandenen Nebelschale werden durch den Zentralstern zum Leuchten angeregt und lassen so den Nebel sichtbar werden. Die beobachteten Formen können sehr eigenartig sein. Meist sind sie elliptisch oder bipolar und nicht, wie man erwarten könnte, einfach kugelförmig.

Drei Möglichkeiten wurden bisher diskutiert, um das Aussehen der nicht-kugelförmigen Nebel zu erklären. Erstens könnte der Zentralstern so schnell rotieren, dass durch die Zentrifugalkräfte die Gashülle vorwiegend am Äquator abgestoßen wird. Ein anderer Grund könnten Gravitationskräfte sein, die durch einen engen Begleitstern ausgeübt werden. Die dritte und am häufigsten diskutierte Möglichkeit ist der Einfluss eines Magnetfeldes, das seinen Ursprung im Stern hat.

Magnetfelder können durch den Dynamoeffekt in Sternen erzeugt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Stern nicht wie ein starrer Körper rotiert, sondern mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in unterschiedlichen Tiefen, so wie es bei unserer Sonne der Fall ist. Das Magnetfeld eines Roten Riesen, der einen Planetarischen Nebel abstößt, kann so entstehen bzw. auch schon lange Zeit vorher, in der Jugendphase des Sterns, entstanden sein. Solche "fossilen" Magnetfelder können Jahrmilliarden überleben, da das Sternplasma eine extrem hohe elektrische Leitfähigkeit hat.

Der expandierende Gasnebel kann das Magnetfeld des Sterns erkennbar werden lassen, so wie es Eisenfeilspäne bei einem Hufeisenmagneten tun. Das Gas kann den Stern am einfachsten an den beiden magnetischen Polen verlassen und man kann, wenn die Feldstärke hoch genug ist, auf diese Weise die bipolare Struktur vieler Nebel erklären. Eine schöne Theorie, aber bisher konnten keine Magnetfelder auf Zentralsternen gefunden werden. Einen ersten Hinweis gab es 2002 durch Beobachtungen mit Radioteleskopen von Gas in der Umgebung Roter Riesen, aber der direkte Nachweis von Magnetfeldern, die ihren Ursprung im Stern haben, stand bis heute aus.

Durch Beobachtungen an einem 8m-Teleskop des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO, Chile) gelang nun bei vier Zentralsternen der Nachweis, dass deren Licht zu 0.1% polarisiert ist. Damit kann man auf eine Magnetfeldstärke von etwa 1000 Gauß schließen - im Vergleich dazu hat das Erdmagnetfeld eine Stärke von nur rund 1 Gauß. Diese hohe Feldstärke reicht aus, die bipolare Struktur von planetarischen Nebeln zu erklären.
Quelle: Astronomy & Astrophysics zur Startseite...
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