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Herrliches Foto der Galaxie NGC 1097 vom VLT aufgenommen
25. Dezember 2004, Frank Erhardt. NGC 1097 ist eine relativ helle Balken-Spiralgalaxie des Typs SBb, die sich in 45 Millionen Lichtjahren Entfernung, in der südlichen Konstellation Fornax (der Ofen) befindet, und die senkrecht zu uns liegt. Mit einer Helligkeit von 9.5mag ist sie nur 25 Mal schwächer als Objekte, die wir mit dem bloßen Auge sehen können, und erscheint in kleinen Teleskopen als helle, runde Scheibe.


Vergrößerung (757k)
ESO PR Photo 35d/04 wurde in der Nacht vom 9. zum 10. Dezember 2004, mit dem "VIsible Multi-Object Spectrograph" (VIMOS), einem 4-Kanal Multiobjekt Spektrographen, der am 8.2 Meter VLT Melipal Teleskop angebracht ist, aufgenommen. Es zeigt, dass die wirkliche Struktur wesentlich komplizierter ist. NGC 1097 ist in vielen Belangen ein sehr interessantes Objekt.

Wie dieses eindrucksvolle Bild enthült, zeigt NGC 1097 einen Zentralbereich der aus einem gebrochenen Ring aus hellen Knoten besteht, die den Galaxienkern umkreisen. Die Größe dieser Knoten -- wahrscheinlich riesige Blasen aus Wasserstoffatomen, die durch intensive Strahlung von hellen Sternen ein Elektron verloren haben (HII Region) -- liegt grob geschätzt zwischen 750 - 2000 Lichtjahren. Das Vorhandensein dieser Knoten deutet darauf hin, dass kürzlich ein Ausbruch von Sternbildung stattgefunden hat.

NGC 1097 ist auch als Beispiel eines so genannten LINER (Low-Ionization Nuclear Emission Region Galaxies) Klassen Objektes bekannt. Von Objekten dieses Typs nimmt man an, dass sie leuchtschwache Beispiele von aktiven galaktischen Kernen (Active Galactic Nuclei - AGN) sind, deren Emission durch Materie (Gas und Sterne) hervorgerufen wird, die in ein zentrales schwarzes Loch fällt und dort vernichtet wird.

Es gibt in der Tat viele Beweise dafür, dass sich ein supermassives schwarzes Loch direkt im Zentrum von NGC 1097 befindet, dass eine Masse von einigen 10 Millionen Sonnenmassen hat. Dies ist mindestens 10 Mal größer als das zentrale schwarze Loch in unserer eigenen Galaxie.

NGC 1097 besitzt jedoch nur einen vergleichbar schwachen Kern, und das schwarze Loch in ihrem Zentrum befindet sich offensichtlich in einer sehr strengen "Diät": nur ein sehr kleiner Betrag Gas und Sterne wird derzeit, in jedem Moment, vom schwarzen Loch verschlungen.

Eine turbulente Vergangenheit

Wie man im oberen Teil des Fotos (PR Photo 35d/04) sehen kann, hat NGC 1097 auch eine kleine Begleitgalaxie; sie wird als NGC 1097A bezeichnet und befindet sich etwa 42.000 Lichtjahre entfernt vom Zentrum von NGC 1097. Diese seltsame elliptische Galaxie ist 25 Mal schwächer als ihr großer Bruder und hat eine "kistenförmige" Struktur, ein wenig wie NGC 6771, die kleinste der drei Galaxien, die die berühmte "Teufelsmaske" bilden, cf. ESO PR Photo 12/04.

Es gibt Hinweise darauf, dass NGC 1097 und NGC 1097A in der jüngeren Vergangenheit interagierten.

Ein anderer Beweis für die turbulente Vergangenheit dieser Galaxie sind die vorhandenen 4 Jets -- auf diesem Bild nicht sichtbar -- die in den 1970er Jahren auf fotografischen Platten entdeckt wurden. Es wird angenommen, dass diese Jets die eingefangenen Überreste einer Zwerggalaxie sind, die durch die innere Scheibe von NGC 1097 wanderte.

Eine weitere sehr interessante Eigenschaft dieser Galaxie ist, dass innerhalb von nur 4 Jahren zwei Supernovae in ihr entdeckt wurden. SN 1999eu wurde am 5. November 1999 vom Japanischen Amateurastronom Masakatsu Aoki (Toyama, Japan) entdeckt. Diese Supernova der Helligkeit 17mag war eine seltsame Supernova vom Typ II, dem Endresultat des Kernzusammenbruchs eines sehr massiven Sterns. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 2003, entdeckte Reverend Robert Evans (Australia) eine weitere Typ II Supernova der Helligkeit 15mag.
Übersetzung: Frank Erhardt Science@NASA Deutsche Version
Quelle: ESO Pressemitteilung zur Startseite...
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