Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt
Astronomie
Übersicht

Newsletter bestellen






Sonnenwind gefährdet Sicherheitszone der Erde
16. Dezember 2004, Ingo Froeschmann. Die Schönheit der Wissenschaft liegt in ihren Überraschungen. Es gibt Zeiten, zu denen Wissenschaftler denken sie hätten alles im Griff und genau dann stellt die Natur ihnen eine Falle. Genau das ist im vergangenen Herbst passiert, als eine riesige Sonneneruption Milliarden Tonnen ionisierten Gases Richtung Erde schleuderte.

Im Oktober 2003 erzeugten Sonneneruptionen starke elektrische Felder, die die äussere Erdatmosphäre (die Plasmasphäre) in den interplanetarischen Raum schob. Ohne Plasmasphäre in der Sicherheitszone (die Lücke zwischen den Ringen) konnte sich eine neuer intensiver Strahlungsgürtel formen. Die rote Linie bezeichnet den möglichen Orbit eines Satelliten. (Quelle: NASA)
Die Wissenschaft weiß, dass das Weltall für ungeschützte Astronauten und Satelliten gefährlich ist, aber man glaubte auch eine kleine Zone um die Erde herum gefunden zu haben, in der man vor schweren Sonnenstürmen geschützt sei. Nun hat es sich herausgestellt, dass es auch in dieser Sicherheitszone gefährlich werden kann, wenn der Sturm stark genug ist.

„Weltraumwetter ist wichtig – wir wissen jetzt, dass, welchen Orbit auch immer man wählt, die Möglichkeit einer schädigenden Strahlendosis besteht. Wir müssen das bei der Konstruktion von Satelliten und Raumschiffen beachten. Wir müssen auch das Weltraumwetter ständig überwachen damit Satellitenbetreiber rechtzeitig schützende Maßnahmen einleiten können,“ sagt Dr. Daniel Baker, Direktor des Laboratory for Atmospheric and Space Physics an der University of Boulder.

Die Sicherheitszone ist eigentlich eine Lücke zwischen den beiden Van Allen Strahlungsgürteln, die die Erde umgeben. Die zwei Gürtel sehen aus wie zwei ineinander liegende Doughnuts und bestehen aus schnellen elektrisch geladenen Teilchen die im Magnetfeld der Erde gefangen sind. Es ist fast wie eine riesiger Schirm im Weltraum, der die Erde schützt.

Die Sicherheitszone ist der wichtigste Aufenthaltsort für Satelliten im mittleren Erdorbit, da sie hier weniger Strahlung ausgesetzt sind und damit günstiger in der Herstellung sind. Zur Zeit gibt es zwar keine Satelliten in diesem Bereich, viele sind aber in Planung.

Zu behaupten, dass die Sonne im Oktober und November letzten Jahres „aktiv“ war, ist eine Untertreibung. Innerhalb von zwei Wochen spie die Sonne eine hohe Anzahl koronaler Massenejektionen aus (coronal mass ejections, CME), während die Explosionen stärker waren als alle bisher beobachteten. Die Explosionen, oder flares werden klassifiziert. Ein normaler großer flare hat X-2. Ein flare vom 4. November 2003 hatte eine Stärke von X-28, oder genauer nicht mehr auf der Skala, da es keine geeigneten Messinstrumente gibt. Dazu kommt, dass die Sonne zur Zeit dem Aktivitätsminimum ihres elfjährigen Zyklus entgegengeht, was die Ausbrüche noch ungewöhnlicher macht. Das Maximum fand 2000-2001 statt.

Der Wissenschaft stehen einige Satelliten zur Messung von Sonnenausbrüchen zur Verfügung. SAMPEX (Solar, Anomalous and Magnetospheric Particle Explorer) fliegt durch den Van Allen Strahlungsgürtel und misst Teilchenarten und deren Energiegehalt und Häufigkeit. Der Satellit beobachtete am 31. Oktober 2003 die Entstehung eines neuen Gürtels in der Sicherheitszone. Dieser neue Gürtel machte die Sicherheitszone für etwa fünf Wochen gefährlich, bevor die Strahlung wieder abebbte und von der Erdatmosphäre absorbiert wurde. Andere Satelliten konnten beobachten, wie die Sonnenstürme erst die Erde erreichten, wo sie Aurorae erzeugten, und später auch Mars, Jupiter, Saturn und den Rand des Sonnensystems.  
Quelle: NASA zur Startseite...
tägliche Raumfahrt NewsNewsletter bestellen



Copyright 2004 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann