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Mars Rover sehen Mineralien, Frost und Wolken
14. Dezember 2004, Ingo Froeschmann. Wissenschaftler haben im Grundgestein der Columbia Hills einen der sichersten Nachweise für Wasser auf dem Mars gefunden: Das Mineral Goethit, das sich auf der Erde nur in Verbindung mit Wasser bildet.

Links ist eine dünne Frostschicht ist auf der Zielerfassung der Panoramakamera sichtbar. Die Bilder wurden am 13. Oktober aufgenommen, das linke Bild etwa 11 Minuten nach Sonnenaufgang, das rechte drei Stunden später. (Quelle: NASA/JPL)
„Goethit, wie die von Opportunity auf der anderen Seite des Mars gefundenen Jarosite, ist ein starker Hinweis auf die Einwirkung von Wasser,“ sagt Dr. Goestar Klingelhoefer von der Universität Mainz, leitender Wissenschaftler für die Arbeiten mit den Mössbauer Spektrometern, die auf beiden Rovern Analysen von eisenhaltigen Mineralien durchführen. Goethit bildet sich nur im Beisein von Wasser, sei es in flüssigem, gefrorenem oder gasförmigem Zustand. Hämatit, ein Mineral das schon zuvor in den Columbia Hills festgestellt wurde, entsteht ebenfalls im Beisein von Wasser, aber nicht ausschließlich.“

Die Hauptaufgabe der beiden Rover besteht darin, festzustellen, ob es an ihren Landeplätzen geologische Beweise für eine feuchte und damit lebensfreundliche Vergangenheit gibt. Die bisher schon positiven Ergebnisse – die Missionen laufen ja noch – nähern die NASA dem Ziel der Erforschung des Mars durch Roboter und eines Tages durch Menschen, behauptet Doug McCuistion, Programmdirektor für die Marserkundung am Hauptquartier der NASA in Washington.

Klingelhoefer stellte diese Woche seine neuen Ergebnisse von der Untersuchung eines Felsens vom westlichen Ausläufer des Husband Hill auf einem Treffen der American Geophysical Union in San Francisco vor.

Spirit ist nun an dem Ausläufer vorbeigefahren um den Hügel selbst zu erklimmen. Eine noch offene Frage ist, ob Wasser nur unterirdisch vorkam oder sich auch auf der Oberfläche sammelte., wie es am Landeplatz von Opportunity der Fall war. „Während wir uns Husband Hill hinaufarbeiten und Felsen untersuchen, suchen wir nach weiteren Indizien, dass das Material durch Grundwasser verändert wurde. Wir halten Ausschau nach Beweisen chemischer oder mineralogischer Art, die belegen, dass Wasser einst vorhanden war,“ sagt Dr. Ray Arvidson von der Washington University in St. Louis.

Die beunruhigende Reibung im rechten vorderen Rad des Rovers Spirit ist weniger geworden. Gleichzeitig versuchen die Steuerleute des Rovers die Belastung des Rades zu minimieren, indem sie nur fünf Räder benutzen und das sechste mitschleifen. „Das scheint zu helfen,“ sagt Rover Projektmanager Jim Erickson vom Jet Propulsion Laboratory. Beide Rover erfreuen sich weiterhin guter Gesundheit. „ Es sieht so aus, als könnten beide Rover auch noch im Januar das einjährige Jubiläum ihrer Landung feiern.“

Opportunity hat sechs Monate im inneren des Kraters Endurance verbracht und ist nun bereit, die Erkundung der weiten Ebenen der Meridianum Region fortzuführen. Er hat kürzlich Frost und Wolken beobachtet, die den Jahreszeitenwechsel auf dem Mars begleiten. „Wir sehen spektakuläre Wolken,“ berichtet Dr. Michael Wolff vom Space Science Institute, „ ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass es Wetter auf dem Mars gibt. Einige Tage sind bewölkt, andere wolkenlos.“

Ein Teil des Wasserdampfs auf dem Mars bewegt sich während des derzeitigen Winters auf der Südhalbkugel vom Nordpol in Richtung Südpol. Der vorübergehende Anstieg des Wassergehalts der Atmosphäre in der Meridiani Region, etwas südlich des Äquators, und die niedrigen Temperaturen in Bodennähe fördern die Wolkenbildung. Sogar auf den Rovern selbst konnte an einigen Morgen Frost beobachtet werden. Es wird sogar untersucht, ob dieser Frost den angesammelten Staub auf den Solarpaneelen der Rover so verklumpt, das sie mehr Elektrizität als erwartet produzieren.

Die letzte größere Aufgabe von Opportunity im Krater Endurance betraf die Untersuchung von Gesteinsschichten an einem Burns Cliff genannten Teil des Kraterrandes. Steve Squyres von der Cornell University erläutert die Ergebnisse: ”Im unteren Teil der Wand zeigen die die Schichten Hinweise, dass sie durch den Wind und nicht, wie weiter oben, durch Wasser transportiert wurden. Diese Kombination legt nahe, dass hier kein tiefes Gewässer vorherrschte, sondern eher ein flacher Salzsee der im Wechsel trocken und feucht war.
Quelle: NASA zur Startseite...
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