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Schneller Gletscher auf Grönland
04. Dezember 2004, Ingo Froeschmann. Gletscher bewegen sich sehr langsam. Im Vergleich dazu ist eine Schildkröte flink wie ein Hase. Um die Bewegung von Gletschern zu erkennen, muß man langfristig beobachten, bei der Beobachtung des weltweit schnellsten Gletschers auf Grönland wurden die Forscher jedoch überrascht. Zwischen 1997 und 2003 verdoppelte der Gletscher seine Geschwindigkeit.

Auf dem Bild eingezeichnet ist die sich zurückziehende Abbruchfront des Jakobshavn Isbrae Gletschers auf Grönland (Quelle: NASA)
Die von der NASA finanzierte Studie verwendet Daten von Satelliten und luftgestützten Messgeräten und erscheint in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Die Entdeckung ist aus mehreren Gründen wichtig. Eis, das sich vom Land in die Ozeane schiebt, hebt den Meeresspiegel an. Jakobshavn Isbrae ist der größte grönländische Gletscher, der 6,5 Prozent der Eisfläche „entwässert“. Die Erhöhung der Geschwindigkeit hat den Anstieg des Meeresspiegels um jährlich 0,06 Millimeter erhöht. Das sind 4 Prozent des Anstiegs der im 20. Jahrhundert beobachtet wurde.

Die schnelle Bewegung vom Land zum Meer dient auch als ein Beweis für den Zusammenhang von Eisflächen, Anstieg der Meere und Klimaveränderung.

Die Forscher fanden heraus, dass sich mit der Beschleunigung auch die Dicke des Gletschers seit 1997 jährlich um 15 Meter abnahm. Die in den Atlantik hinausragende Zunge des Gletschers begann sich im Jahr 200 zurückzuziehen und brach im Mai 2003 fast komplett auseinander.

„In vielen Klimamodellen wird davon ausgegangen, dass Gletscher sehr langsam auf Klimaveränderungen reagieren,“ sagt Ian Joughin, einer der Autoren der Studie. „In dieser Studie sehen wir eine Verdopplung des Abbaus, weit mehr als die meisten Modelle voraussagen. Die Eisflächen können dramatisch schnell auf Veränderungen reagieren.“

Daten aus den Jahren 1985 bis 2003 zeigen, dass sich der Gletscher zunächst verlangsamte. 1985 bewegte er sich 6700 Meter pro Jahr, 1992 nur noch 5700 Meter, dieser Wert bleib bis 1997 in etwa konstant. Bis zum Jahr 2000 hatte sich die Geschwindigkeit des Gletschers auf 9400 Meter erhöht, und im Jahr 2003 sogar auf 12 600 Meter.

„Diese Entdeckung deutet darauf hin, dass auch andere Gletscher auf Grönland dünner geworden sind,“ fügt Waleed Abdalati, Wissenschaftler am Goddard Flight Center hinzu. „Andere Gletscher sind pro Jahr mehr als einen Meter dünner geworden. Wir glauben, dass das nicht allein auf ein Abschmelzen zurückgeführt werden kann, sondern es einen dynamischen Effekt geben muss, der im Zusammenhang mit der Erwärmung die Gletscher beschleunigt.“

Die Beschleunigung kam zu einer Zeit, als die Spitze des Gletschers ein ungewöhnliches Verhalten zeigte. Trotz der relativen Stabilität zwischen 1950 und 1980, begann die Gletscherzunge im Jahr 2000 auseinanderzubrechen. Möglicherweise hat dieser Abbruch es dem nachfolgenden Eis erst ermöglicht, sich zu beschleunigen, da die bremsende Wirkung der Gletscherzunge fehlte. Weiter Forschungen in der Antarktis zeigen eine ähnliche Entwicklung beim Larson B Schelfeis.
Quelle: NASA zur Startseite...
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