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Würden wir Signale von ET falsch deuten?
03. Dezember 2004, Frank Erhardt. Wenn ET jemals nach Hause telefoniert, könnte es sein, dass die Erdlinge den Anruf als nichts weiter als das zufällige Geräusch eines Sterns deuten.

Das Teleskop Greebank 01 (Quelle: NRAO)
Neue Forschungen zeigen, dass elektromagnetische Emissionen von unseren Nachbarn im All, der thermischen von Sternen emittierten Strahlung sehr ähnlich ist.

Der Physiker Mark Newmann von der University of Michigan hat zusammen mit dem Biologen Michael Lachmann und dem Informatiker Cristopher Moore die Forschung von Claude Shannon über elektromagnetische Transmissionen aus den 40er Jahren weiterentwickelt.

Shannon hatte gezeigt, dass Nachrichten, die optimal gesendet wurden, nicht von zufälligen Geräuschen zu unterscheiden wären, zumindest nicht von einem einem Empfänger, der mit der Sprache der Nachricht nicht vertraut ist. Zum Beispiel enthält eine E-Mail Nachricht, deren erste Buchstaben AAAAAA sind, nur sehr wenig Informationen, weil der Leser leicht erraten kann was folgt -- ein weiteres A. Die Nachricht ist vollständig nicht-zufällig. Auf der anderen Seite beinhaltet eine Nachricht die mit den Buchstaben RPLUOFQX beginnt, sehr viele Informationen, weil man nicht einfach erraten kann was folgt.

Paradoxerweise könnte die gleiche Nachricht jedoch nur eine zufällige Anordnung von Buchstaben sein, die überhaupt keine Informationen enthält. Wenn man den Code nicht kennt, der für eine Nachricht benutzt wurde, ist es nicht möglich zu unterscheiden ob es sich um eine informationsreiche Nachricht handelt oder nur um eine zufällige Anordnung von Buchstaben.

Newman und seine Kollegen haben gezeigt, dass ähnliche Resultate auch für Radiowellen gelten.

Wenn man elektromagnetische Wellen als Transportmedium für eine Nachricht benutzt, ist das effizienteste Format für eine Nachricht nicht von gewöhnlicher, thermischer Strahlung zu unterscheiden -- die gleiche Art von Radiowellen, die von heißen Körpern, wie Sternen, emittiert werden. Mit anderen Worten heißt das, dass eine effizient codierte Nachricht aus dem All nicht anders aussehen würde als ein normaler Stern am Himmel.

Also, stellen Sie sich vor, dass ein Außerirdischer im All sich entscheidet Lebenszeichen von der Erde zu empfangen. Er hätte nicht viel Mühe damit, weil unsere Radio- und Fernsehsignale über den gesamten Planten wandern und ineffizient codiert sind, und sich damit klar von den Sternen unterscheiden.

Aber nehmen wir an, ein Mensch versucht außerirdisches Leben zu finden.

"Die Leute tun dies und schauen nach nicht-zufälligen Dingen," sagt Newmann. "Aber was ist, wenn die Außerirdischen es herausgefunden haben? Mit einigen Hundert Jahren Erfahrung hätte man entdeckt wie man Nachrichten am effizientesten codiert. Also würde ihre Kommunikation für uns aussehen wie ein Stern, ein heißes Objekt."

Newman sagt, dass es in einem 12 Milliarden Jahre alten Universum sehr wahrscheinlich ist, dass Außerirdische -- wenn sie existieren -- untereinander kommuniziert haben, und zwar für länger als unsere 80 jährige Geschichte der Radioübertragungen. "In diesem Fall sind sie wahrscheinlich mittlerweile sehr gut auf diesem Gebiet."

Newman sagt: "Unser Forschungsergebnis ist, dass selbst Leute die daran glauben wahrscheinlich ihre Zeit verschwenden. Wenn sie ein Signal von den kleinen grünen Männchen empfangen würden, würde es wahrscheinlich aussehen wie ein Stern und sie würden einfach darüber hinweg gehen und weitermachen."
Übersetzung: Frank Erhardt Science@NASA Deutsche Version
Quelle: University of Michigan zur Startseite...
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