Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt
Astronomie
Übersicht

Raumfahrt24
Newsletter bestellen






Staubiges Universum ist ein Rätsel
03. Dezember 2004, Frank Erhardt. Ausgehend von den neusten Ergebnissen des Spitzer Space Telescope müssen die Astronomen umdenken, die bisher dachten sie wüssten warum das frühe Universum so viel interstellaren Staub beinhaltete.

Astronomen der University of Arizona machten im November 2003 diese Aufnahme des Supernova-Überbleibsels Cassiopeia A (Quelle: NASA/JPL)
In den letzten paar Jahren entdeckten Beobachter riesige Mengen interstellaren Staubes nahe den entferntesten Quasaren im jungen Universum, nur 700 Millionen Jahre nachdem der Kosmos durch den Urknall geboren wurde.

"Und das wird zur großen Frage," sagt Oliver Krause vom University of Arizona Steward Observatory in Tucson und dem Max Planck Institut für Astronomie in Heidelberg. "Wie konnte sich all dieser Staub so schnell bilden?"

Astronomen kennen zwei Prozesse die Staub erzeugen, sagt Krause. Erstens, alte, sonnenähnliche Sterne nah ihrem Ende produzieren Staub. Zweitens, Beobachtungen im Infrarotbereich haben gezeigt, dass Staub durch Supernovaexplosionen erzeugt wird.

"Der erste Prozess benötigt einige Milliarden Jahre," bemerkt Krause. "Supernovaexplosionen dagegen produzieren Staub in wesentlich kürzerer Zeit, etwa 10 Millionen Jahren."

Als Astronomen berichteten, sie hätten letztes Jahr sub-Millimeter Emissionen riesiger Mengen von kaltem, interstellaren Staub im Supernova-Überrest Cassiopeia A entdeckt, dachten einige das Geheimnis sei damit gelöst. Sie schlossen daraus, dass Typ II Supernovae wie Cas A sehr wahrscheinlich interstellaren Staub im frühen Universum produziert haben. (Typ II Supernovae gehen aus massiven Sternen hervor, die in gewaltigen Explosionen auseinander fliegen, nachdem ihr Kern kollabiert.)

Krause und seine Kollegen vom UA Steward Observatory und dem Max Planck Institut in Heidelberg haben nun entdeckt, dass die sub-Millimeter Emission nicht vom Cas A Überrest selber stammt, sondern vom molekularen Wolkenkomplex der sich zwischen Erde und Cas A befindet.

Cas A ist der jüngste bekannte Supernova-Überrest in der Milchstraße. Er befindet sich in einer Entfernung von etwa 11.000 Lichtjahren, hinter den Wolken der Persus Spiralarme in etwa 9.800 Lichtjahren Entfernung. Krause glaubt, dass diese Wolken erklären könnten, warum die Astronomen des späten 17. Jahrhunderts nichts vom Cas A Ausbruch berichteten, der um 1680 A.D. herum stattgefunden hat. Cas A befindet sich so nah bei der Erde, dass diese Supernova eines der hellsten stellaren Objekte am Himmel hätte sein sollen, der Staub der Perseus Wolken die Aussicht aber versperrte. 

Die beiden Teams kartografierten Cas A mit Wellenlängen von 160 Mikron, mit Hilfe des Multiband Imaging Photometer (MIPS) an Bord des Spitzer Space Telescope. Diese langen Wellenlängen sind die empfindlichsten für Emissionen von kaltem interstellaren Staub. Sie verglichen dann diese Resultate mit Karten interstellaren Gases, die früher mit Radioteleskopen angefertigt wurden. Dabei fanden sie heraus, dass der Staub in diesen interstellaren Wolken fast für die gesamte Emission im Wellenlängenbereich von 160 Mikron, aus Richtung Cas A, verantwortlich ist.

Wenn man die Emissionen dieses Staubes abzieht, gibt es keinen Hinweis für große Mengen kalten Staubes in Cas A.

"Astronomen müssen nun damit fortfahren nach der Quelle des Staubs im frühen Universum zu suchen," sagt George Rieke vom UA Steward Observatory.

"Die Lösung dieses Problems wird Astronomen zeigen, wo und wie sich die ersten Sterne bildeten, und vielleicht darauf hinweisen, dass es einige nicht-stellare Prozesse gibt, die große Mengen von Staub erzeugen," sagt Rieke. "Wie auch immer wird dies (das Auffinden der Quelle des Staubes) enthüllen was in diesen Entwicklungsjahren der Sterne und Galaxien vor sich ging, einer Epoche die nahezu unbeobachtet ist."  
Übersetzung: Frank Erhardt Science@NASA Deutsche Version
Quelle: University of Arizona zur Startseite...
tägliche Raumfahrt NewsNewsletter bestellen



Copyright 2004 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann