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Sonnensystem durch Kollision verformt?
02. Dezember 2004, Ingo Froeschmann. Wie das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner heutigen Ausgabe berichtet, sind die äußeren Bereiche des Sonnensystems möglicherweise vor langer Zeit durch eine Begegnung mit einem anderen Stern verformt worden, bei dem sich beide Planetensysteme wie Kreissägen ineinander verzahnten.

Simulation der Beinahekollision zweier Sonnensysteme (Quelle: S.Kenyon, CfA)
Wenn sich diese dramatische Begegnung tatsächlich zugetragen haben sollte, könnten sich in unserem Sonnensystem Körper eines anderen Planetensystems befinden. Dieses Szenario wurde entworfen, um einige unerklärte Beobachtungen im Sonnensystem zu erklären, basiert aber auf Spekulationen tatsächlicher Begebenheiten. Computersimulationen legen nahe, dass es kurz nach der Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren zu Begegnungen mit anderen Sternen kommen konnte.

„Es ist möglich, dass einige Objekte in unserem Sonnensystem entstanden, als sie einen anderen Stern umkreisten,“ sagt Scott Kenyon vom Smithsonian Astrophysical Observatory.

Es gibt keine greifbaren Beweise für einen Beinahezusammenstoß mit einem anderen Stern, aber viele Astronomen nehmen an, dass die Sonne in zusammen mit anderen Sternen aus derselben Gaswolke geboren wurde, die übliche Entstehungsart für Sterne.

Es ist denkbar, dass sich während dieser chaotischen frühen Zeit, als sich Planeten, Kometen und Asteroiden formten, einige Sterne gefährlich nah kamen. Eine Reihe von Studien verwendet diese Theorie um die Struktur des Sonnensystems oder die Entstehung von Planeten zu erklären.

Das neue Computermodell zeigt, wie junge Planeten auf kreisförmigen Umlaufbahnen durch die Gravitation einer Begegnung auf elliptische Bahnen geschoben werden, die nun zu weit entfernt sind, als dass sie mit heutigen Mitteln beobachtet werden könnten. Die gleiche Begegnung könnte auch den scharfen äußeren Rand des Kuiper Gürtels geformt haben, eine Region eisiger Objekte jenseits der Umlaufbahn des Neptun.

Ein Anstoß für das Modell war die Erklärung von Sedna, einer Welt weit jenseits der Umlaufbahn des Pluto, die im vergangenen Jahr entdeckt wurde. Sedna hat einen stark elliptischen Orbit der sich komplett außerhalb des Kuiper Gürtels befindet. Astronomen wissen nicht wie Sedna auf diese Umlaufbahn, aber die Begegnung mit einem anderen Stern könnte der Grund sein.

Kenyon und sein Kollege Benjamin Bromley von der University of Utah stellten einige Berechnungen an. Die Beinahekollision müsste passiert sein, als unsere Sonne mindestens 30 Millionen Jahre und höchstens etwa 200 Millionen Jahre alt war. Die größte Annäherung der Sterne müsste etwa 22,5 bis 30,5 Milliarden Kilometer betragen haben. Bei dieser Entfernung wäre der äußere Kuiper Gürtel beeinflusst worden, ohne die Bahnen der inneren Planeten zu verändern.

Die Gravitation des vorbei wandernden Sterns hätte einige Objekte aus dem Sonnensystem gefegt, und gleichzeitig fremde Objekte, vielleicht sogar von Planetengröße, übergeben.

„Es gibt aber noch andere Erklärungen um Sedna an seinen Platz zu kriegen,“ sagt Mike Brown, Leiter des Teams des California Institute of Technology, das Sedna entdeckte. „Die neue Studie erklärt sehr gut, wie Sedna zu seiner extremen Umlaufbahn gekommen sein könnte, aber es ist nicht die einzig mögliche Erklärung.“

Es ist auch möglich, dass Sedna von einem erdgroßen Objekt, dass sich nicht mehr im Kuiper Gürtel befindet, in seine Bahn gebracht wurde.

"Das Problem ist natürlich, dass wir nur ein Objekt haben, für das wir eine große Zahl von Erklärungen liefern können, aber beweisen können wir sie nicht," sagt Brown. "Die Lösung ist weiter zu suchen und weitere Objekte zu finden."  
Quelle: Space.com zur Startseite...
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