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Es ist ein "Galaxie isst Galaxie" Universum
22. November 2004, Frank Erhardt. Das japanische Subaru Teleskop wurde Zeuge, wie eine große Galaxie einen kleineren Begleiter verschlingt. Dieses neue Bild wurde von Yoshiaki Taniguchi (Tohoku University), Shunji Sasaki (Tohoku University), Nicolas Scoville (California Institute of Technology) und weiteren Kollegen aufgenommen. Der Beweis ist ein büschelartiges Band von Sternen, die sich über 500.000 Lichtjahre erstrecken. Dies ist damit das entfernteste und längste Beispiel dieser Art.

Vergrößerung (44k)(Quelle: Subaru)
Aktuelle Theorien der Galaxienbildung besagen, dass große Galaxien wie die Milchstraße dadurch wachsen, das sie kleinere Zwerggalaxien verschlingen. Beweise dafür finden wir in unserer galaktischen Nachbarschaft. Einige Sterne in der Milchstraße scheinen einmal zu einer nahen Zwerggalaxie gehört zu haben, genannt "Sagitarius Dwarf". Unsere größte Nachbargalaxie, Andromeda, zeigt ebenfalls Beweise für eine vergangene, galaktische Astronomie auf. In beiden Fällen jedoch leiten sich diese Schlüsse aus Beobachtungen der "Nach-Verdauungsphase" ab.

Die Zerstörung von Zwerggalaxien ist schwierig zu beobachten, da sie von Natur aus leuchtschwach sind und ihr Licht zunehmend schwächer wird, wenn Sterne durch größeren Galaxien weggezogen werden. Die bisher einzige Beobachtung der Zerstörung einer Zwerggalaxie stammt von Hubble´s Advanced Camera for Surveys.

Taniguchi, Sasaki, Scoville und weitere Kollegen entdeckten glücklicherweise eine große Elliptische Galaxie (COSMOS J100003+020146) die eine Zwerggalaxie (COSMOS J095959+020206) auseinander reißt, während sie ein Gebiet des Himmels in der Konstellation "Sextant" beobachteten, um die Eigenschaften von Galaxien für große Maßstäbe von Raum und Zeit zu untersuchen. Das Galaxienpaar befindet sich etwa in einer Entfernung von 1 Milliarde Lichtjahren, und die Entfernung der beiden Galaxien voneinander beträgt etwa 330.000 Lichtjahre.

Das dünne Band aus Sternen, welches sich von der Zwerggalaxie ausdehnt, sowohl hin zur Elliptischen Galaxie als auch von ihr weg, zeigt auf, dass die Gravitationskräfte der elliptischen Galaxie den Zwerg auseinander reißen. Sterne die der Elliptischen Galaxie am nächsten sind erfahren einen stärkeren Zug als Sterne im Zentrum der Zwerggalaxie, und Sterne auf der abgewandten Seite erfahren einen schwächeren Zug. Dadurch wird die Zwerggalaxie auseinander gezogen und es sieht so aus, als ob von beiden Seiten gezogen würde, obwohl nur eine Galaxie dafür verantwortlich ist. Dieser Effekt ist vergleichbar mit der Tatsache, dass auf zwei Seiten der Erde zur gleichen Zeit Flut herrschen kann, obwohl nur ein Mond die Ozeane der Erde zieht.

Der durch die Gravitationskräfte hervorgerufene Abzug der Sterne, der in diesem Galaxienpaar beobachtet wurde, ist 5 Mal ausgedehnter und 3 Mal schwächer in der Oberflächenhelligkeit, als der vormals vom Hubble beobachtete.

Indem Astronomen mehr Beispiele von galaktischem "Kannibalismus" finden, wird sich unser Wissen über die Geschichte von Galaxien mehr und mehr verbessern. Auch wenn kein heute lebender Mensch das Ende dieses Galaxienpaares sehen wird, stehen die Chancen gut, dass die Elliptische Galaxie ihre Mahlzeit beenden wird und ihren kosmischen Nachbarn vollständig verschwinden lassen wird.  
Übersetzung: Frank Erhardt Science@NASA Deutsche Version
Quelle: Subaru News Release zur Startseite...
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