Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt
Planetensuche
Übersicht

Raumfahrt24
Newsletter bestellen





Neue Erkenntnisse der Bildung von Sternen und Planeten
12. November 2004, Ingo Froeschmann. Zwei neue Ergebnisse vom Spitzer Space Telescope der NASA sind diese Woche veröffentlicht worden. Sie helfen den Astronomen zu verstehen, wie Sterne aus dichten Wolken von Gas und Staub entstehen und wie die Moleküle in diesen Wolken am zu Ende Planeten werden.

Spitzer Bild der doch nicht so leeren Wolke (Quelle: JPL/Spitzer)
Zwei Ereignisse – die Entdeckung eines seltsam leuchtschwachen Objekts in einer zuvor für leer gehalten Wolke, und die Entdeckung von eisigen Planetenbausteinen in einem System, von dem die Astronomen glauben, dass es unserem eigenen frühen Sonnensystem ähnelt – wurden auf der Spitzer Science Conference in Pasadena, Kalifornien, präsentiert. Seitdem vor weniger als einem Jahr die Beobachtungen mit Spitzer begannen, hat das weltraumgestützte Infrarot-Teleskop hunderte von Objekten gefunden, die zu leuchtschwach, zu kalt oder zu entfernt sind, um mit anderen Teleskopen gesehen zu werden.

In der ersten Entdeckung haben die Astronomen ein leuchtschwaches, sternähnliches Objekt dort gefunden, wo sie es am wenigsten erwartet hätten, in dem „sternlosen“ Zentrum einer Wolke. Diese Zentren sind dichte Ansammlungen von Gas und Staub, die in Zukunft zur Geburt eines Sterns führen sollten. Mit Spitzers Infrarotaugen hat eine Team von Astronomen unter der Leitung von Dr. Neal Evans von der University of Texas in Austin Dutzende von Zentren untersucht, um einen Einblick in die Bedingungen zu bekommen, die notwendig für die Geburt von Sternen sind.

Sternlose Wolken sind faszinierende Studienobjekte, den sie geben Auskunft über die Bedingungen in den Momenten vor der Geburt von Sternen. Ein Verständnis dieser Umgebung ist entscheidend um unsere Theorien der Sternenentstehung zu verbessern,“ sagt Evans.

Bei der Untersuchung der mit L1014 bezeichneten Wolke gab es eine Überraschung. Die Forscher sahen eine Wärmequelle ähnlich eines Sterns. Das Objekt widerspricht sämtlichen Modellen der Sternentstehung, es ist leuchtschwächer als man es für einen jungen Stern erwartet. Astronomen erörtern nun drei Möglichkeiten. Es könnte der jüngste bisher gesichtete Braune Zwerg sein, oder es ein junger Stern in einer sehr frühen Phase seiner Entwicklung, oder es ist drittens etwas völlig neues.

Dieses Objekt könnte eine neue Art der Sternformation darstellen. Diese Art von Objekten ist so leuchtschwach, dass vorangegangene Studien sie nicht finden konnten. Das Objekt befindet sich 600 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan.

In einer zweiten Entdeckung hat Spitzer die Geburtsstätte eines Planetensystems beobachtet, eine Staubscheibe mit einem jungen Stern im Zentrum. Dort konnten die eisigen Bausteine von Planeten und Kometen erforscht werden. Es handelt sich um die erste gesicherte Entdeckung von Eis in eine proto-planetarischen Scheibe.

„Die Scheibe ähnelt sehr unserem eigenen Sonnensystem, als es einige hunderttausend Jahre alt war. Die Scheibe hat die richtige Größe und der kleine zentrale Stern ist wahrscheinlich stabil genug um wasserreiche Planeten für Milliarden von Jahren in stabilen Bahnen zu halten,“ erläuterte Dr. Klaus Pontoppidan vom Observatorium Leiden in den Niederlanden, dessen Team die Entdeckung machte.

Zuvor hatten Astronomen Eis und eisbedeckte Teilchen in Gaswolken um junge Sterne entdeckt. Aber es war nicht gelungen, diese von den inneren Bereichen zu unterscheiden, in denen sich Planeten formen.

Pontoppidans Team benutzte einen Trick für die Entdeckung. Sie beobachte die Staubscheibe sozusagen im Morgenrot. Scheiben können aus einer Reihe von Winkeln beobachtet werden, entweder von der Seite, wo die Scheibe wie ein dunkler Balken erscheint, oder direkt von oben, so das die Scheibe vom Sternenlicht durchleuchtet erscheint. Das Team fand heraus, dass bei der Betrachtung unter einem Winkel von 20 Grad, ähnlich dem der Sonne bei Sonnenaufgang, das Eis sichtbar wird.

Im beobachteten System fanden die Forscher neben Ammoniumionen auch Wassereis und gefrorenes Kohlendioxid.
Quelle: JPL/Spitzer zur Startseite...
tägliche Raumfahrt NewsNewsletter bestellen



Copyright 2004 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann