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Das erste Raumschiff mit Sonnensegel-Antrieb
11. November 2004, Ingo Froeschmann. Der Countdown für den Start des ersten mit Sonnensegeln angetriebenen Raumschiffs hat begonnen. Es handelt sich um die von Planetary Society in privater Initiative gebaute Cosmos 1. Es wird am 1. März 2005 mit einer russischen Volna Rakete in den Orbit gebracht.

Cosmos 1 bei der Fertigung (Quelle: The Planetary Society
Einmal im Orbit, wird Cosmos 1 acht dreieckige Sonnensegel entfalten, die dann benutzt werden um das Schiff mit dem Druck des Sonnenwinds anzutreiben. Cosmos1 wurde nicht entworfen, um eine Monate dauernde Mission durchzuführen, es ist also unwahrscheinlich dass sie länger als ein paar Wochen oder vielleicht Monate durchhält, aber sie sollte als Konzeptstudie dienen um zukünftigen Designern die Arbeit zu erleichtern.

Die von den Cosmos Studios gesponserte Cosmos 1 wird am 1. März von einem abgetauchten Unterseeboot aus der Barents See gestartet. „Das Raumschiff ist fertig konstruiert und die letzten Tests laufen, wir sind also so weit, das wir ein Startdatum planen können,“ sagt Louis Friedman, Leitender Direktor der Planetary Society und auch Direktor der Cosmos 1 Initiative. „Der Präzedenzfall der Entwicklung des Schiffs hatte Hoch- und Tiefpunkte wie eine Achterbahnfahrt, aber jetzt fängt die Aufregung erst richtig an.“

Das Missionsziel von Cosmos 1 ist der erste kontrollierte Flug mit Solarsegeln, die von Photonen des Sonnenlichts angetrieben werden. Das Startfenster läuft vom 1.  März bis zum 7. April 2005. Das genaue Startdatum wird von der russischen Marine bestimmt, die auch den Start der Volna, einer Rakete aus dem Arsenal der aktiven Interkontinantalraketen, organisiert.

„Das ganze Vorhaben ist waghalsig und riskant,“ bekennt Bruce Murray, zusammen mit Louis Friedmann und Carls Sagan Mitbegründer der Planetary Society. „Es ist ein Zeugnis der inspirierenden Natur der Weltraumerforschung und dem Wunsch vieler Menschen, an diesem großen Abenteuer teilzuhaben.“

Sagan, Murray und Friedman gründeten The Planetary Society im Jahr 1980 um die Erforschung anderer Welten zu fördern und Leben zu finden. Ein Raumschiff zu starten um eine innovative, noch nicht versuchte Technik zu testen hilft bei der Erfüllung der kühnen Vision, die die Organisation besitzt. Sagan blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1996 Präsident der Planetary Society.

Ein Netzwerk von russischen, amerikanischen und tschechischen Bodenstationen wird den Flug von Cosmos 1 verfolgen und überwachen. Internationale Kooperation ist ein Aspekt dieser privat finanzierten Mission. Es ist auch die erste Weltraummission, die von einer öffentlichen Interessengruppe durchgeführt würde, gesponsert von einem Medienunternehmen. Und die Verwendung von Sonnensegeln ist die einzige bekannte Technologie die eines Tages interstellare Flüge ermöglichen könnte.

Eine Reihe von Sonnensegelschiffen wurden in der Vergangenheit vorgeschlagen, aber mit Ausnahme von Cosmos 1 wurde keins gebaut. NASA, sowie die europäischen, russischen und japanischen Weltraumagenturen betreiben Sonnensegelforschung und bereiten Programme vor. Entfaltungstests wurden bereits durchgeführt und mehr werden geplant.

The Planetary Society hat ohne Regierungsgelder, aber mit der Unterstützung der Cosmos Studios und von Mitgliedern ein internationales Team von Raumfahrtexperten zusammengestellt um diesen ersten Sonnensegelflug zu versuchen.Das Space Research Institute in Moskau leitete die Entwicklung der Elektronik und der Flugsoftware, während die russische Luft- und Raumfahrtfima NPO Lavochkin das Schiff gebaut hat. Amerikanische Berater haben zusätzliche Komponenten beigesteuert, unter anderem ein von Malin gebaute Kamera.

Sonnensegeln funktioniert mit dem Druck reflektierten Lichts. Der Druck auf riesige Segel kann andauernd die orbitale Energie und Geschwindigkeit eines Raumschiffs verändern. Ist Cosmos 1 im Orbit werden aufblasbare Röhren ausgefahren, die die Sonnensegel stabilisieren und schließlich entfalten. Das 600 Quadratmeter große Segel wird acht einzelne Segel haben und die Form einer Windmühle haben. Die einzelnen Segel können wie Rotorblätter gedreht werden um Sonnenlicht in verschiedene Richtungen zu reflektieren. Das Segel kann bei höherer Geschwindigkeit sogar Halsen durchführen. Jedes Segel ist 15 Meter lang und besteht aus Mylar, einem 5 Mikrometer dünnem, mit Aluminium beschichteten Polyesterfilm.

Von der Erde aus wird Cosmos 1 mit dem bloßen Auge als greller Lichtpunkt am Himmel sichtbar sein.
Quelle: The Planetary Society zur Startseite...
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