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Cassini-Huygens
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Worin wird Huygens landen?
10. November 2004, Frank Erhardt. Es bestehen immer noch die Möglichkeiten, dass die Huygens Sonde nächsten Januar auf einer festen, weichen oder flüssigen Oberfläche auf Titan landen wird, wenn man sich die weitere Analyse der Daten ansieht, die Cassini während seines bisher dichtesten Vorbeiflugs am 26. Oktober aufgezeichnet hat.

Künstlerische Darstellung einer feuchten Landung von Huygens (Quelle: ESA)
Als Kommentar auf die neuesten Resultate aus diesen Daten sagt Mark Leese von der Open University, Programm Manager für das Science Surface Package [SSP] Instruments, welches die Geheimnisse von Titan enträtseln soll:

"Es ist interessant, dass alle Landeszenarien die wir uns vorgestellt haben - ein harter Aufschlag auf Eis, eine weichere Landung in fester, organischer Materie oder ein Eintauchen in einen See aus Kohlenwasserstoff - immer noch auf Titan möglich sind."

Leese fügt hinzu, "Ein erster Blick auf die Messungen der Titan Atmosphäre, die während des Vorbeifluges durchgeführt wurden, zeigen, dass das "Atmosphärenmodell" welches wir entwickelt haben und dazu nutzen die Huygens Sonde zu bauen, gültig zu sein scheint, und alles sieht gut aus für die Abtrennung und den Flug zur Oberfläche am 14. Januar 2005."

Weitere Analysen von Titan´s oberer Atmosphäre, der Thermosphäre, enthüllten ein seltsames Gemisch, wie Dr Ingo Mueller-Wodarg vom Imperial College London erklärt," Unser Instrument, das Ion Neutral Mass Spectrometer (INMS), hat Messungen des atmosphärischen Gases in Titan´s oberer Atmosphäre durchgeführt, und einen Cocktail aus Stickstoff und Methan, vermischt mit Signaturen von Wasserstoff und anderen Kohlenwasserstoffen, gefunden. Wir arbeiten nun an einem "Wetterbericht" für die Huygens-Landung im Januar.".

Über die Oberflächencharakteristik von Titan, sagt Professor John Zarnecki von der Open University: "Die aktuellen Resultate des Vorbeifluges zeigen uns eine sehr unterschiedliche und komplizierte Oberfläche. Titan ist geologisch aktiv, hat uns aber noch nicht all seine Geheimnisse verraten. Die Kombination von sichtbaren Bildern mit Infrarot- und RADAR-Daten, von diesem und zukünftigen Vorbeiflügen, sollte helfen ein klareres Bild zu erhalten - aber die Ankunft der Huygens Sonde im Januar wird vielleicht der Schlüssel dazu sein, diese Geheimnisse zu lüften."

Professor Carl Murray, von der Queen Mary University of London gab ebenfalls einen Kommentar über die Oberflächeneigenschaften ab: "Die Bilder von der Huygens Landestelle zeigen eine Reihe verschiedener Eigenschaften. Wir sehen helle und dunkle Gebiete, die grob geschätzt nach Ost-West ausgerichtet sind. Diese sind den Windstreifen auf dem Mars sehr ähnlich und deuten vielleicht darauf hin, dass Material auf dem Titan durch den Einfluss der Winde dort angelagert wurde. Alles deutet darauf hin, dass es im Januar ein echtes Fest geben wird, wenn die Huygens Sonde die Oberfläche von Titan erreicht und die ersten Vor-Ort Daten dieser fremden Welt übermittelt."

Britische Wissenschaftler und Techniker, die sich in einem internationalen Team befinden, fahren damit fort die aktuellen Daten der Cassini/Huygens Mission zu analysieren, nachdem das Raumschiff letzte Woche seinen dichten Vorbeiflug durchgeführt hat. Die Daten haben eine Fülle an Informationen geliefert, die nicht nur der ESA helfen werden das Huygens Team auf die Landung vorzubereiten, sondern auch unser Verständnis über die Beziehung von Titan zu seinem Mutterplaneten Saturn zu verbessern.

Professor Michele Dougherty vom Imperial College ist der leitende Wissenschaftler des Magnetometers auf Cassini, dass die Wechselwirkungen von Plasma in Saturn´s Magnetosphäre und Atmosphäre, mit der Atmosphäre und Ionosphäre von Titan untersucht. "Wir waren in der Lage ein Model aus den Magnetometer Daten zu errechnen, die wir nach dem Vorbeiflug erhalten haben. Es scheint kein inneres Magnetfeld auf Titan zu geben, aber wir werden dies genauer wissen, wenn der Vorbeiflug im Dezember, auf einer ähnlichen Bahn, stattgefunden hat. Wir können bisher nur sagen, dass, falls es ein Magnetfeld geben sollte, das durch das Innere von Titan erzeugt wird, es sehr schwach ist."

Dr Andrew Coates vom University College London's Mullard Space Science Laboratory, sagt: "Wir haben einige bemerkenswerte, neue Informationen über Titan´s Plasma-Umwelt innerhalb des Kontextes von Saturn´s faszinierender Magnetosphäre erhalten. Überraschenderweise sieht es so aus, dass wir die Eigenschaften der Elektronen-Resultate direkt dazu nutzen können, um zu verstehen aus was Titan´s obere Atmosphäre zusammengesetzt ist, und damit die Ionen Messungen von anderen Sensoren ergänzen können. Unsere Elektronen-Resultate beinhalten Fingerabdrücke von Photoelektronen und Auger-Elektronen, die wir dazu nutzen. Des weiteren zeigt das gesamte Bild, wie wichtig Elektronen (die auf Titan´s obere Atmosphäre hinabregnen) dafür sind zu helfen, dass das schwache Sonnenlicht die komplexe Chemie in Titan´s oberer Atmosphäre antreibt."

Nick Shave, Space Business Manager an der Britischen IT Firma LogicaCMG sagt "die überraschenden optischen und Radarresultate von Titan´s Oberfläche liefern wichtige Vorabinformationen und sorgen für echte Aufregung in der Industrie. Beiträge der Britischen Industrie zum Cassini/Huygens Projekt, wie etwa die LogicaCMG Huygens Flugsoftware und andere Systeme, wie die Fallschirme von Martin Baker, werden noch mehr großartige Wissenschaft ermöglichen und dabei helfen das Geheimnis des Lebens auf der Erde
Übersetzung: Frank Erhardt Science@NASA Deutsche Version
Quelle: PPARC zur Startseite...
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