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Mars Rover 10 Monate im Dienst
8. November 2004, Ingo Froeschmann. Die gesamte Palette der wissenschaftlichen Instrumente an Bord der Mars Rover arbeitet weiterhin einwandfrei. Die Instrumente von Spirit liefern derweil neue Beweise für die Entstehung von Schichtgestein auf dem Mars.

Rover Spirit machte diese Aufnahme mit der Panoramakamera am 14. Oktober 2004 in den Columbia Hills. Das Bild zeigt den Felsen "Uchben". Der sichtbare Teil des Felsens ist etwa 50 Zentimeter lang. (Vergrößerung (209k)) (Quelle: NASA)
„Unsere wahrscheinlichste Hypothese ist, dass dieses Gestein aus vulkanischer Asche gebildet wurde und dass die darin enthaltenen Mineralien durch Wasser verändert wurden,“ sagt Dr. Ray Arvidson, ein leitender Missionsforscher der Washington University in St. Louis.

„Das ist nur eine Arbeitshypothese und keine bewiesene Schlussfolgerung,“ mahnt er, „aber alle Instrumente haben Indizien dafür geliefert. Es ist aber wichtig zu betonen, dass wir eben erst begonnen haben Chemie, Mineralogie und Struktur der Gesteinsschichten zu bestimmen. Andere Thesen über ihren Ursprung betreffen die Rolle des Wassers bei Transport und Ablagerung von Gestein. Es ist möglich, dass wir am Ende feststellen, dass Vulkanismus, Wasser und Wind die Felsen geformt haben, die Spirit untersucht. Das Puzzle, das wir zusammenbauen haben wir gerade erst begonnen.“

Beide Rover haben ihre Primärmissionen im April beendet. Die NASA hatte die Missionen zweimal verlängert, da sie länger als erwartet produktiv geblieben sind.

„Wir machen immer noch Fortschritte, obwohl es zwei unterschiedliche Probleme mit den Rädern vonSpirit gibt,“ sagt Jim Erickson, Rover Projektmanager am Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien. „Wir umgehen die Probleme durchaus erfolgreich, aber es zeigt was in Zukunft passieren kann, wenn mechanische Komponenten während der Mission nach und nach ausfallen.“

Eine Frage für die weiteren Untersuchungen, während Spirit höher die Columbia Hills hinaufsteigt, ist die Art der Umwelt in der Wasser Mineralien verändert hat. Möglichkeiten sind unter anderem Wasser in einem vulkanischen Magma-Mix vor einem Ausbruch, Oberflächenwasser das auf den Boden gefallene Asche transportiert, und Grundwasser das durch das Gestein aus abgelagerter Asche sickert.

Einige Hinweise auf den Ursprung vulkanischer Asche kommen vom Felsen „Uchben“. Die Forscher kratzten eine Stelle frei und machten Aufnahmen mit Spirits Mikroskopkamera. Die Bilder zeigen sandkorngroße Partikel, einige mit scharfen eckigen Kanten und einige abgerundet. Scharfe Kanten sind ein Hinweis auf den Transport durch eine Vulkaneruption. Partikel die von Wasser transportiert werden, kleben oft zusammen und erscheinen rund. Die bei „Uchben“ gefunden runden Partikel können trotzdem vulkanische Klümpchen sein, oder auch durch Wasser veränderte Mineralien.

Die Hinweise für einen Einfluss von Wasser kommen hauptsächlich durch die Identifikation von Mineralien und Elementen durch das Moessbauer Spektrometer und das Röntgen Spektrometer.

Dr. Steve Squires von der Cornell University in Ithaca, New York und Leiter des Rover Untersuchungsteams, fasst zusammen: ”Wir haben in den vergangenen Wochen wirklich wichtige Fortschritte bei der Untersuchung dieser Felsen gemacht. Der wahrscheinlichste Ursprung ist vulkanischer Auswurf, der durch Wind oder Wasser an seinen jetzigen Ort transportiert wurde, wo er sich in Schichten ablagerte.“

In der Zwischenzeit untersucht der Rover Opportunity den Felsen Wopmay im inneren des  Kraters „Endurance“. Das Gefälle des Untergrunds und die lockere Zusammensetzung des Materials um den Felsen herum verhinderten die Verwendung des Schabe-Werkzeugs. Hinweise durch die Spektrometer und die Mikroskopkamera stimmen aber mit der These überein, dass die Felsen auf dem Kraterboden vor und nach der Entstehung des Kraters Wasser ausgesetzt waren. Die Beweise ließen jedoch noch keine endgültige Schlussfolgerung zu,“ sagt Squires.

Opportunity ist auf dem Weg zu „Burns Cliff“, einer Fläche freien Schichtgesteins in der Wand des Kraters. Wenn der Rover jedoch weiterhin Probleme mit dem weichen Untergrund hat, könnten die Planer entscheiden, den Kurs zu ändern und den Krater zu verlassen.
Quelle: NASA zur Startseite...
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