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Zweites Schwarzes Loch im Herzen der Milchstraße
6.November 2004, Frank Erhardt. Mit Hilfe von archivierten Daten des Hokupa’a/QUIRC Adaptive Optics System am Gemini North hat ein Französisch/Amerikanisches Team von Astronomen den physikalischen Zusammenhang zwischen einem Cluster aus massiven Sternen nahe dem Zentrum der Milchstraße und der Infrarotquelle IRS 13 bestätigt.

Infrarotaufnahme des möglichen Schwarzen Loches (Quelle: Gemini)
Das Team benutzte außerdem Daten vom Hubble Space Telescope, dem Chandra Röntgenobservatorium, dem Canada-France-Hawai’i Telescope (CFHT), sowie dem Very Large Array, um eine weite spektrale Abdeckung zur Verfügung zu stellen und die Gemini Daten zu ergänzen. Die Gemini Beobachtungen bestanden aus H und Kp Band Bildern, die die Existenz zweier bisher unbekannter Quellen innerhalb IRS 13E zeigen. In allen Bilder zeigt sich, dass sieben einzelne, schwere Sterne mit etwas in Verbindung stehen, von dem die Astronomen annehmen, dass es einst ein größerer Cluster aus massiven Sternen war, der durch ein zentrales Schwarzes Loch von etwa 1.300 Sonnenmassen, zusammengehalten wurde. (Dieses Schwarze Loch unterscheidet sich vom Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie, das eine Masse von etwa 4 Millionen Sonnen hat.) Die 7 einzelnen Sterne in IRS 13E, gesehen mit einem Durchmesser von etwa 0.5" (Projiziert etwa 0.6 Lichtjahre), bewegen sich gemeinsam, mit einer ähnlichen Geschwindigkeit von etwa 280 km/s, in Richtung Westen in der Himmelsebene.

Die Kompaktheit des Clusters und die gemeinsame Bewegung der Komponenten, deutet darauf hin, dass sie durch eine schwere Quelle, ein stellares Schwarzes Loch im Zentrum von IRS 13E, zusammengehalten werden. Die Größe des Clusters erlaubt es auf einen gemeinsamen Orbit-Radius zu schließen. Die Radialgeschwindigkeiten (+/- 30 km/s) der einzelnen Sterne wurden durch Messungen mit dem BEAR Fourier Transform Spectrometer (CFHT) hergeleitet und können dazu genutzt werden die durchschnittliche orbitale Geschwindigkeit abzuschätzen. Die Autoren erforschten dann die Bandbreite der orbitalen Abschätzungen und waren in der Lage, die Masse des Schwarzen Loches auf etwa 1.300 Sonnenmassen grob einzugrenzen.

Das Team vermutet auch, dass dieser Cluster einst weiter entfernt vom galaktischen Zentrum war, wo sich die Sterne, ohne den Einfluss der starken Gravitationskräfte des supermassiven Schwarzen Loches, formen konnten. IRS 13E scheint das Wrack oder der übrig gebliebene Kern eines einst großen Clusters von Sternen zu sein, der sich derzeit spiralförmig auf Sgr A*, im galaktischen Zentrum, zubewegt.

Diese Theorie erklärt auch das Vorhandensein anderer massiver Sterne um das galaktische Zentrum herum, von denen angenommen wurde, dass sie durch die Gravitationseinflüsse des zentralen Schwarzen Loches vom Cluster weggefegt wurden.    
Übersetzung: Frank Erhardt Science@NASA Deutsche Version
Quelle: Gemini zur Startseite...
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