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Swift sieht das Licht
5.November 2004, Frank Erhardt. Wenn wir in der Lage wären Gammastrahlen-Ausbrüche (GRB) mit dem bloßen Auge zu sehen, würde es aussehen, als ob das Universum uns ständig, aus verschiedenen Richtungen, fotografiert.

Diese Karte zeigt die Ursprungsorte von 2704 Gammastrahlenausbrüchen, die während der neunjährigen Mission des Compton Gamma-Ray Observatory mit diesem lokalisiert wurden (Quelle: NASA)
GRBs tauchen nie zweimal am gleichen Punkt auf und sind völlig unvorhersagbar. Wir wissen nie, wann und wo sich der nächste ereignen wird, und sie verblassen so schnell, dass es sehr schwer ist nachfolgende Beobachtungen durchzuführen. Erst im Jahr 1999 hat ein automatisch betriebenes Teleskop einen GRB eingefangen als er passierte. Aber selbst dann waren viele wichtige Daten schon dadurch verloren, dass es ein paar Sekunden dauerte den Ausbruch zu finden.

Der erste Hinweis kommt von im All stationierten Gammastrahlen-Observatorien, die sich oberhalb der Erdatmosphäre befinden, die die Gammastrahlen absorbiert. Unglücklicherweise waren die Mitteilungen, selbst die aus dem Jahr 1999, von diesen Observatorien nicht schnell genug für die Astronomen verfügbar, um ihre Teleskope zur passenden Stelle des Nachglühens, solange es noch sichtbar war, auszurichten.

Große, im All stationierte Observatorien, wie das Hubble, können nicht schnell genug ausgerichtet werden, um die flüchtigen Ausbrüche einzufangen. Ein großes Netzwerk von Astronomen, bestehend aus amateur- und professionelle Astronomen, könnten jedoch diese himmlischen Blitzlichter schnell genug aufzeichnen, wenn sie nur wüssten wo sie diese finden. 

Nach vielen Jahren der GRB Beobachtungen, haben Wissenschaftler an NASA's Goddard Space Flight Center, ein Programm entwickelt, genannt Gamma-ray burst Coordinates Network (GCN), dass so aufgebaut ist, dass es die Beobachter innerhalb von Sekunden mit den GRB Koordinaten versorgen kann.

Im Oktober 2000 startete die NASA ein Observatorium, dass vollständig der Untersuchung von GRBs gewidmet war, genannt High Energy Transient Explorer-2 (HETE-2). Es war in der Lage die korrekte Lokation von jedem Ausbruch innerhalb von Minuten weiterzuleiten und die Information im Internet zur Verfügung zu stellen.

In Zusammenarbeit mit mehreren anderen, GRB beobachtenden Raumschiffen, hat HETE-2 die Fähigkeit der Astronomen, diese kurzen, brillanten und geheimnisvollen Blitze zu untersuchen, stark verbessert.

NASA bereitet sich nun auf den Start der nächsten Generation von Raumschiff vor, das GRBs beobachten kann und im Oktober von Cape Canaveral aus gestartet werden soll. Dieser neue Satellit heißt Swift, benannt nach einem kleinen, flinken Vogel, der schnell die Richtung wechseln kann.

Unter Benutzung des größten Teleskops an Bord, wird Swift etwa 1/6 des Himmels zu jeder Zeit absuchen und aufmerksam nach GRBs Ausschau halten. Wenn es einen auffängt dreht sich der Satellit schnell hin zum Ursprungsort des Ausbruchs, um mit seinen zwei kleineren Teleskopen einen besseren Ausblick zu haben. Innerhalb von Sekunden leitet es die Informationen weiter an das GCN und stellt die Koordinaten des Ausbruchs zur Verfügung.

Professionelle Teleskope können dann auf diese Koordinaten ausgerichtet werden und Amateur Astronomen sind in der Lage, dieses unglaubliche Ereignis in ihrem eigenen Garten zu erleben.    
Übersetzung: Frank Erhardt Science@NASA Deutsche Version
Quelle: NASA zur Startseite...
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