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Dreifache Sonnenfinsternis auf Jupiter
4.November 2004, von Ingo Froeschmann. Das Hubble Space Telescope hat eine der seltenen dreifachen Sonnenfinsternisse auf dem Jupiter beobachten können.

Jupiter mit drei Mondschatten und zwei Monden (Quelle: Hubblesite.org)
Auf den ersten Blick sieht es aus, als hätte Jupiter die Windpocken bekommen. Fünf Punkte, einer weiß, einer blau und drei weitere schwarz, sind über die obere Hälfte des Jupiter verteilt. Eine genauere Inspektion enthüllt, dass es sich bei dieser Aufnahme um eine recht seltene Konjunktion von drei der größten Jupitermonde, Io, Ganymed und Callisto, handelt. In diesem Bild sind die verräterischen Zeichen die Schatten (die drei schwarzen Kreise) der Monde auf der Oberfläche des Planeten. Io’s Schatten ist etwas links über der Mitte, der von Ganymed ist auf der linken Seite und der von Callisto befindet sich am rechten Rand. Auf dem Bild sind jedoch nur zwei Monde sichtbar. Io ist der weiße Kreis in der Mitte des Bildes, Ganymed ist der blaue Kreis im oberen rechten Bildteil. Callisto befindet sich außerhalb des Bildes auf der rechten Seite.

Auf der Erde sehen wir Sonnenfinsternisse, wenn der Schatten unseres Mondes über die Oberfläche unseres Planeten streicht. Jupiter hat vier Monde die etwa die Größe des Erdmondes haben. Die Schatten von drei Monden sind nur selten auf einmal zu sehen. Die Aufnahme stammt vom 28. März 2004 und wurde mit Hubbles Nahinfrarotkamera und dem Multiobjekt Sprektrometer aufgenommen.

Drei Schatten sind im Schnitt nur ein oder zweimal pro Jahrzehnt vereint. Was ist der Grund dafür? Io, Ganymed und Callisto haben unterschiedliche Umlaufgeschwindigkeiten um Jupiter. Der äußerste Mond Callisto ist der langsamste der drei Begleiter. Sein Schatten umrundet den Planeten nur einmal, während Io’s Schatten 20 mal um Jupiter herumfliegt. Fügt man die Umlaufzeit von Ganymed hinzu, ist die Wahrscheinlichkeit einer dreifachen Verdunkelung extrem selten. Die Finsternis dieses Jahres war noch etwas spezieller, weil auch gleichzeitig zwei der Monde beobachtet werden konnten.

Jupiter erscheint in Pastellfarben, weil die Aufnahmen im nahen Infrarotbereich gemacht wurden. Astronomen haben drei verschiedene infrarote Wellenlängen kombiniert, um dieses Bild zu erstellen. Das Bild zeigt sogar, wie Sonnenlicht von den Wolken Jupiters reflektiert wird. Im nahen Infrarot verhindert das Methangas in der Jupiteratmosphäre ein Durchdringen des Sonnenlichts. Dadurch bekommen die Wolken, abhängig von ihrer Höhe, unterschiedliche Farben. Wissenschaftler benutzen diese Eigenschaft um die Atmosphäre des Jupiter zu studieren. Gelb bedeutet hohe Wolken, rot niedrigere Wolken und blau steht für Wolken in den untersten Schichten der Jupitersatmosphäre. Die grüne Färbung an den Polen wird von einem dünnen Dunst hoch in der Atmosphäre verursacht. Die blaue Färbung von Ganymed wird durch die Absorption von Wassereis in hohen Wellenlängenbereichen erreicht. Die weiße Färbung von Io hat seine Ursache in den hellen Schwefelverbindungen auf dessen Oberfläche.

Während der Beobachtung dieses Himmelsschauspiels haben Astronomen gleichzeitig eine neue Aufnahmetechnik getestet. Um die Schärfe der Nahinfrarotbilder zu erhöhen, haben die Astronomen die Geschwindigkeit, mit der das Ziel durch das Gesichtsfeld des Teleskops wandert, erhöht. So konnten sie auch schnellere Aufnahmen machen, die sie dann zu einem einzigen Bild kombinierten, das detailreicher ist.    
Quelle: Hubblesite.org zur Startseite...
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