Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt
Astronomie
Übersicht

Raumfahrt24
Newsletter bestellen






Swift sucht Schwarze Löcher und Gammastrahlenausbrüche
2.November 2004, von Ingo Froeschmann. Jeden Tag entsteht irgendwo im sichtbaren Universum ein Schwarzes Loch. Gammastrahlenausbrüche sind die entferntesten und gewaltigsten Explosionen die wir kennen, und wahrscheinlich sind sie die Geburtswehen dieser neuen Schwarzen Löcher.

Der Satellit Swift während der Bauphase (Quelle: NASA)
Die Swift Mission der NASA hat die Aufgabe die Verbindung zwischen Gammastrahlenausbrüchen und Schwarzen Löchern zu untersuchen. Swift, internationales Projekt, soll im November an Bord einer Delta II von Cape Canaveral aus ins All geschossen werden.

Swift ist die letzte Entwicklung in einer 30 Jahre alten Jagd nach dem Verständnis der Gammastrahlenausbrüche, Lichtblitze die so stark sind wie Milliarden von Sonnen,“ sagt Dr. Anne Kinney, Direktorin der Universe Division im NASA Hauptquartier in Washington. „Swift wurde gebaut um schnell  den Ort dieser Ausbrüche zu finden und ihn dann in verschiedenen Wellenlängenbereichen zu untersuchen, bevor sie wieder verblassen. Swift ist ein kleiner Satellit mit großem Appetit,“ sagt sie.

Gammastrahlenausbrüche sind vergängliche Ereignisse von nur wenigen Milisekunden bis zu ein paar Minuten Dauer, die niemals zweimal an der gleichen Stelle auftreten. Von der Erde aus kann täglich etwa ein Ausbruch beobachtet werden. Es scheint als stünden einige dieser Ausbrüche mit den gewaltigen Explosionen die Schwarze Löcher bilden in Verbindung.

Das Observatorium an Bord von Swift umfasst drei zusammen arbeitende Teleskope. Sie identifizieren den Ausbruch, beobachten ihn in mehreren Wellenlängen und untersuchen zudem das Nachglühen. Innerhalb von 20 bis 75 Sekunden nach der Entdeckung eines Ausbruchs, dreht sich der Satellit automatisch, damit die optischen- und Röntgeninstrumente den Ausbruch sehen anvisieren können.

Das Nachglühen folgt den meisten Gammastrahlenausbrüchen. Es ist manchmal noch Stunden und Wochen später im Röntgen-, optischen- und Radiowellenbereich erkennbar. Das Entscheidende ist jedoch, dass Swift eine präzise Positionsbestimmung des Ausbruchs für andere Teleskope liefert. Swift ist der erste Satellit der hohe Genauigkeit mit großer Geschwindigkeit verbindet. „Wir rechnen mit der Entdeckung und Analyse von über 100 Gammastrahlenausbrüchen pro Jahr,“ sagt Dr. Neil Gehrels, der Hauptverantwortliche der Mission am Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. „Swift wird zu einer Fülle von Entdeckungen führen.”

Während die Verbindung zwischen Schwarzen Löchern und Gammastrahlenausbrüchen gefestigt scheint, könnten andere Ausbrüche das Signal der Verschmelzungen von Neutronensternen und Schwarzen Löchern sein, die sich in binären Systemen umkreisen. Swift wird herausfinden, ob es unterschiedliche Arten von Gammastrahlenausbrüchen gibt, die diesen Szenarien zugeordnet werden können. Swift wird schnell genug sein, um auch ein Nachglühen von kurzen Ausbrüchen zu entdecken, wenn es denn existiert. Bis heute wurde ein Nachglühen nur bei Ausbrüchen von mehr als zwei Sekunden Dauer festgestellt.

„Einige Ausbrüche kommen wahrscheinlich aus den entferntesten Regionen des Universums, und damit aus seiner frühesten Epoche,“ sagt Missionsdirektor John Nousek. Er ist Professor für Astronomie und Astrophysik an der Penn State University. „Sie sind wie Leuchtfeuer die alles auf ihrem Weg zur Erde durchscheinen, also auch das Gas in und zwischen Galaxien.“    
Quelle: NASA zur Startseite...
tägliche Raumfahrt NewsNewsletter bestellen



Copyright 2004 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann