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Konjunktion von Jupiter und Venus steht bevor
1.November 2004, von Frank Erhardt. Eine Planetenkonjunktion tritt ein, wenn zwei oder mehr Planeten von der Erde aus beobachtet sehr nah beieinander stehen. Konjunktionen von Venus und Jupiter kommen sehr häufig, bis zu drei mal im Jahr, vor. Aber am Morgen des 5. November, kurz vor der Dämmerung, werden Venus und Jupiter weniger als ein Grad voneinander entfernt in der Konstellation "Virgo" stehen.

Konjunktion von Jupiter und Venus. Vergrößerung (Quelle: NASA)
Ein Grad ist etwa die Dicke eines Fingers bei ausgestrecktem Arm. Die beiden werden sich am 5. November, um 1:58 UTC, am nächsten stehen, gerade einmal 33 Bogenminuten voneinander entfernt, oder 0.42 Grad. 

Die Konjunktion in diesem Jahr ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens sind die beiden Planeten weniger als ein Grad voneinander entfernt, und Zweitens stehen sie mehr als 15 Grad entfernt von der Sonne. Viele Konjunktionen, wie zum Beispiel die im Jahre 1995, sind weniger als 15 Grad von der Sonne entfernt, und verloren sich daher im gleißenden Licht der Sonne. Die Konjunktion am 5. November ist auch deshalb eine Besondere, weil sie die letzte Konjunktion zwischen Venus und Jupiter bis zum 1. September 2005 sein wird.

Die Konjunktion ist einer Konjunktion ähnlich, die im August des Jahres 3 vor Beginn unserer Zeitrechnung aufgetreten ist. Diese historische Konjunktion ereignete sich am 12. August um 3:00 UTC, und war vom mittleren Osten aus sichtbar. In diesem Jahr waren Jupiter und Venus nur 10 Bogenminuten, oder 0.16 Grad, voneinander entfernt in der Konstellation "Löwe" zu sehen. So nah beieinander erschien dass Licht der beiden Planeten für das bloße Auge, als käme es von einem einzigen Objekt.

Einige Gelehrte spekulierten, dass diese nahe Konjunktion vielleicht ein Zeichen für eine als Magi bekannte Gruppe war. Die Magi, oder auch weise Männer, waren Priester einer alten Religion, bekannt als Zoroastrianismus. Könnte es diese Konjunktion gewesen sein, die die weisen Männer bis nach Bethlehem geschickt hat? Unglücklicherweise können wir keine endgültigen Schlüsse ziehen. Es existieren keine bekannten, niedergeschriebenen Aufzeichnungen, die genau besagen, was die Magi sahen, oder wie sie es interpretierten.

Unabhängig von dem was die Magi sahen, bestätigt moderne Software, dass es im Jahr 3 B.C. eine sehr nahe Konjunktion der Planeten Venus und Jupiter gegeben hat. Die Konjunktion im Jahr 2004, obwohl nicht so nah, wird ein ebenso spektakulärer Anblick am Himmel sein. Teleskop- oder Fernglasbenutzer sollten keine Schwierigkeiten haben, beide Planeten in ihr Blickfeld zu bekommen. Diese Konjunktion ist auch eine hervorragende Möglichkeit für aufstrebende (oder erfahrene) Astro-Fotografen.

Eine Planetenkonjunktion ist ein seltener und wunderschöner Anblick. Da Jupiter und Venus beide sehr hell am Himmel sind, sollte man die Venus-Jupiter Konjunktion in diesem Jahr nicht verpassen. Mit ein bisschen Phantasie können wir uns in den mittleren Osten des Altertums zurückversetzen, als eine helle Konjunktion den nächtlichen Himmel dominierte.  
Übersetzung: Frank Erhardt Science@NASA Deutsche Version
Quelle: NASA zur Startseite...
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