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Pläne für die größte Lochkamera
02.Oktober 2004. Wie die University of Colorado (CU) in Boulder in einer Pressemitteilung berichtet, wurde ihr Vorschlag, wie man mit existierenden Technologien Planeten um andere Sonnen beobachten kann, von einem NASA Institut für weitere Förderung ausgewählt. Der Vorschlag der Universität ist ein „Sternenschirm“.
Jupiter
Da es noch keine wissenschaftlich bestätigten Bilder von Exoplaneten gibt, hier ein Kunstwerk der ESA (Quelle: ESA)
Das Konzept von Professor Webster Cash vom Center for Astrophysics and Space Astronomy ist eins von zwölf vom NASA Institute for Advanced Concepts (NIAC, etwa: „Institut für fortschrittliche Konzepte“) am 28. September ausgewählten Projekte. Der Vorschlag von Cash beschreibt die Methoden die notwendig sind um ein Gerät zu entwerfen und zu bauen, das im Grunde eine gigantische Lochkamera im Weltraum ist.

Ein „Sternenschirm“ von der Größe eines Fußballfeldes aus einem dünnen, undurchsichtigem Material hätte in seiner Mitte ein Loch von etwa 10 Metern Durchmesser um das Licht eines fernen Planeten vom Licht seines benachbarten Sterns zu trennen. Eine Sonde, ausgestattet mit einem Teleskop, würde Tausende von Kilometern hinter dem Schirm herfliegen und das durchgelassene Licht aufnehmen, verarbeiten und zur Erde senden.

Ein solches System könnte für die Vermessung von anderen Sonnensystemen verwendet werden und wäre in der Lage, Planeten von der Größe des Erdmondes zu entdecken und sie nach Spuren von Methan, Wasser, Sauerstoff und Ozon, die als Anzeichen für Leben gelten, zu untersuchen. Dieser New Worlds Imager könnte Rotationsgeschwindigkeiten von Planeten bestimmen und das Vorhandensein von Wettersystemen und sogar flüssigen Ozeanen prüfen.

„In seiner größtmöglichen Ausbaustufe könnte der New World Imager direkte Aufnahmen von 100 Lichtjahre entfernten Planeten machen, die Ozeane, Kontinente, Polkappen und Wolken zeigen.“ behauptet Cash. „Wenn dort Regenwälder existieren, könnte man sie vielleicht von Wüsten unterscheiden.“

Laut Cash ist das faszinierende an einer Lochkamera, dass sie als optisches Instrument mit einer nahezu perfekten Linse arbeitet, die nicht den Limitationen anderer optischer Instrumente unterworfen ist, bei denen Licht durch das verwendete Material der Linse gestreut wird.

Das NIAC wurde 1998 mit der Aufgabe gegründet, außerhalb der NASA Unternehmen und Menschen zu finden, die Missionen der NASA voranbringen können. Die geförderten Konzepte,  ausgewählt aufgrund ihrer Fähigkeit bis an die Grenze des derzeit technisch machbaren zu gehen, benötigen laut NASA wenigstens eine weitere Dekade bis zu ihrer Verwirklichung.

Von der NIAC ausgewählte Projekte werden in einer ersten sechsmonatigen Phase mit 75 000 Dollar gefördert und weiter auf ihre Realisierbarkeit geprüft. In der nächsten Stufe können dann bis zu 400 000 Dollar für einen Zeitraum von zwei Jahren bewilligt werden.


Quelle: University of Colorado zur Startseite...

Copyright 2004 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann