Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt
Planetensuche
Übersicht





Exoplaneten werden "besser"
01.Oktober 2004. Die Mehrheit der bis heute entdeckten extrasolaren Planeten sind Gasgiganten wie Jupiter, aber ihr Orbit ist entweder wesentlich dichter am Mutterstern oder aber sehr exzentrisch. Planetenjäger sind kurz davor, Jupiter ähnliche Planeten mit Jupiter ähnlichem Orbit zu entdecken. Sonnensysteme mit solchen „guten“ Jupiterplaneten können dann auch bewohnbare erdähnliche Planeten beherbergen.
Jupiter
Gasriese Jupiter (Quelle: ESA)
Wir halten die Erde für den wichtigsten Planeten in unserem Sonnensystem. Wenn man einer Gruppe von außerirdischen Astronomen bei der Planung zuhören würde, wie sie unsere Sonne und ihre Planeten untersuchen sollen, dann wäre die Erde wahrscheinlich nicht einmal auf der Tagesordnung. Wahrscheinlich würden sie über Jupiter sprechen.

Jupiter ist riesig. Seine Masse beträgt das 318-fache der Erde. Alle Planeten unseres Sonnensystems, sogar der winzige Pluto, tanzen gravitationsbedingt mit der Sonne und ziehen sie dabei in diese oder jene Richtung auf ihrem Orbit um sie herum. Aber Effekt des Jupiter ist mit Abstand der größte. Und es ist dieses „Wackeln“ (vom englischen „Wobble“), verursacht von Jupiter, das den Astronomen auf ihrem fernen Planeten beweisen würde, dass um die Sonne tatsächlich Planeten kreisen. Es ist in der Tat der Gravitationseffekt der es Astronomen auf der Erde ermöglicht hat mehr als 130 Exoplaneten zu finden. Die meisten dieser Planeten sind so groß wie Jupiter oder größer.

Planeten die nah an ihren Sternen kreisen haben einen weiteren Vorteil. Je näher ein Planet seiner Sonne steht, umso kürzer ist sein Planetenjahr und Astronomen müssen nicht lange warten um ein Muster im Wackeln des Sterns zu erkennen. Einige extrasolare Planeten benötigen nur einige Tage für einen Umlauf. Diese sternnahen Riesenplaneten werden als „heiße Jupiter“ bezeichnet und sind eine der zwei bisher entdeckten Gruppen von Exoplaneten.

Die Planeten der zweiten Gruppe heißen „exzentrische Jupiter“. Die riesigen Welten haben langgezogene elliptische Umlaufbahnen, vergleichbar mit Kometen, die ihrem Stern nahe kommen und sich dann rasch entfernen. „Etwa 0,5-1%  aller Sterne besitzen heiße Jupiter. Weitere 7% haben exzentrische Jupiter,“ sagt Greg Laughlin, ein Astronom der im Team von Geoff Marcy an der Universität von Berkeley, Kalifornien, arbeitet. Die Entdeckung von heißen und exzentrischen Jupiter war ein Überraschung für Astronomen. Noch ist  nicht klar wie sich Sonnensysteme die sich so von unserem eigenen unterscheiden, entstehen konnten. Auch ist noch offen, ob die bisher entdeckten Systeme bewohnbare erdähnliche Planeten beherbergen können.

Was Planetenjäger wirklich finden wollen ist eine dritte Gruppe, so genannte „gute“ Jupiter. Diese laufen auf relativ kreisförmigen Bahnen in einer ähnlichen Entfernung wie unser Jupiter um ihren Stern, etwa der fünffachen Distanz von der Sonne zur Erde (5 AE). Das „gute“ an einem solchen Sonnensystem ist, dass es erdähnliche und möglicherweise belebte Planeten enthalten könnte. In  unserem Sonnensystem spielt Jupiter in zweierlei Hinsicht eine wichtige Rolle. Zum einen stabilisiert er die Umlaufbahnen der inneren Planeten, was wiederum das Klima der Erde vor starken Schwankungen schützt. Zum anderen hält Jupiter das innere Sonnensystem weitgehend frei von Kometen und Asteroiden die sonst eine vernichtende Gefahr darstellten. Sonnensysteme ddie „gute“ Jupiter enthalten sind deshalb ausgezeichnete Ziele für zukünftige Missionen wie Kepler, Darwin oder den Terrestrial Planet Finder, die schließlich erdähnliche Planeten finden sollen.

Warum die Verspätung bei der Entdeckung von „guten“ Jupitern? Weil fernere Planeten Jahre brauchen um ihren Stern zu umlaufen. Jupiter selbst braucht zum Beispiel zwölf Jahre für einen Orbit. Astronomen müssen einen ganzen Umlauf beobachten, bevor die einigermaßen sicher ein können einen Planeten gefunden zu haben.

Die Jagd nach Planeten begann erst vor zehn Jahren und erst im Jahr 2002 wurde der erste „gute“ Jupiter gefunden. Der Planet ist etwas größer als Jupiter und braucht sieben Jahre für einen Umlauf um seinen Stern, Gliese 777A. Er hat einen Abstand von 3,5 Astronomischen Einheiten zum Stern. Astronomen untersuchen eine Reihe von weiteren viel versprechenden Sternen die „gute“ Jupiter beherbergen könnten. „In den nächsten Jahren werden solche Veröffentlichungen zur Routine werden. In fünf Jahren wird niemand mehr eine Pressekonferenz wegen eines „guten“ Jupiters einberufen,“ lacht Laughlin


Quelle: Astrobiology.com zur Startseite...

Copyright 2004 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann